Europa als Antwort auf die Krise<BR /><BR />Zentraler Inhalt des Exkursionsprogramms waren neben einer Vorstellung des politischen Systems Italien und der Autonomen Region Trentino-Südtirol sowie der Besonderheiten des Gesundheitswesens als wichtigem Politikfeld, die Buchvorstellung von Prof. Florian Furtak, Professor für Europäisches Recht und Politikwissenschaft an der HWR Berlin zur Europäischen Union. Dabei zitierte er gleich zu Beginn den Satz des französischen Ökonomen und Diplomaten Jean Monnet, der Europa als durch Krisen geschmiedet und als Summe aller Lösungen verstand, die für diese Krisen gefunden werden. Krisen hat die EU gar einige erlebt, man denke nur an die Finanz-, Flüchtlingskrise, an die Covid-19-Pandemie und aktuell den Ukraine-Krieg. <BR /><BR /><BR /><BR />Spinellis Vision und die Verantwortung der Gegenwart<BR /><BR />Die EU als supranationale Organisation für 27 Mitgliedsstaaten und 40.000 institutionell Beschäftigten ist damit grenzüberschreitend mehr denn je gefordert, wobei es neben den vielen großen auch zahlreiche alltägliche Problemen gibt, die gelöst werden müssen. So wird oft vergessen, dass alle Bürger täglich von der EU profitieren, wenn sie zwischen den einzelnen Staaten pendeln, den Euro als gemeinsame Währung nutzen und heute in Frieden und Stabilität leben. Dennoch erscheinen die Worte von Altiero Spinelli, Politiker und EU-Vordenker aus Italien im Manifest von Ventotene aus 1941 mehr als aktuell, dass der Moment gekommen sei, alte Lasten abzuwerfen, um den Weg in eine neue Welt einzuschlagen, die wir uns alle noch nicht vorstellen können.<BR /><BR /><BR /><BR />Starke Impulse aus Bozen für ein modernes Europa<BR /><BR />Stefanie Baroncelli, Professorin für Verwaltungsrecht mit Schwerpunkt Europa und kürzlich wiedergewählte Gemeinderätin von Bozen, verwies in ihren Ausführungen darauf, wie Europa eine Stadt prägen und inspirieren kann, indem junge Studierende neue Ideen einbringen und so den europäischen Geist in die Gesellschaft hineintragen. So fand auch Mitte April 2025 unter ihrer Federführung die Konferenz EUniverCities in Bozen statt. Als Zeichen der Verbundenheit und Wertschätzung für die Zusammenarbeit überreichte Josef Bernhart das Buch Wie weiblich ist die Gemeindepolitik? , das aktuelle Untersuchungen zu den Herausforderungen für das kommunalpolitische Engagement von Frauen beinhaltet und derzeit vom Eurac-Institut für Public Management mit aktuellen Daten zu den Gemeindewahlen in Südtirol, Tirol und dem Trentino überarbeitet wird. Auch verwies Josef Bernhart auf den in Kürze startenden Aufbaulehrgang des Landesbeirates für Chancengleichheit mit dem Frauenbüro für alle neu gewählten Gemeinderätinnen in Südtirol. Die Vorstellung des Lehrganges findet am 20. Juni 2025 um 17 Uhr an der Eurac in Bozen statt.