Samstag, 17. März 2018

Papst besucht Geburtsort des Volksheiligen Pater Pio

Papst Franziskus hat am Samstag eine Pilgerfahrt zum Geburtsort des italienischen Volksheiligen Pater Pio (1887-1968) im süditalienischen Pietrelcina unternommen. Anlass ist das 50. Todesjahr des Heiligen. Danach reiste Franziskus zum Wallfahrtszentrum San Giovanni Rotondo weiter, wo Pater Pio gewirkt hatte.

Papst Franziskus würdigt Pater Pio als Beispiel für Nächstenliebe Foto: APA (AFP)
Papst Franziskus würdigt Pater Pio als Beispiel für Nächstenliebe Foto: APA (AFP)

Der Papst traf mit dem Hubschrauber in Pietrelcina in Apulien ein, wo Pater Pio am 25. Mai 1887 als Francesco Forgione geboren wurde. 5.000 Gläubige versammelten sich auf dem Hauptplatz des Dorfes, um Franziskus zu empfangen. Viele Menschen hatten die Nacht auf dem Platz verbracht, um Franziskus aus der Nähe sehen zu können. Der Papst besuchte eine Kapelle mit dem Baum, unter dem Pater Pio laut Tradition seine mysteriösen Wundmale Jesu' empfing.

Den Kapuzinermönch Padre Pio bezeichnete Franziskus als Beispiel für Nächstenliebe. „Dieser bescheidene Mönch hat die Welt mit seinem Leben beeindruckt, das ganz dem Gebet und dem geduldigen Zuhören der Mitmenschen und ihrer Leiden gewidmet war”, sagte der Papst.

Franziskus rief die Gläubigen auf, sich um ältere Menschen zu kümmern. „Die Bevölkerung altert, doch alte Menschen sind ein Schatz, sie dürfen nicht ausgegrenzt werden. Ältere Menschen sollen mit Jugendlichen sprechen und die Jugend mit den Senioren”, sagte der Heilige Vater.

Nach dem kurzen Besuch in Pietrelcina reiste der Papst mit dem Hubschrauber nach San Giovanni Rotondo weiter. Hier ist der Besuch in einer Klinik geplant, wo der Papst Kranke besuchen wird. Danach trifft der Pontifex die Kapuzinergemeinschaft und verehrt den in einem Glassarg aufbewahrten Leichnam von Pater Pio. Danach feiert Franziskus eine Messe auf dem Vorplatz der modernen Pilgerkirche des Architekten Renzo Piano. Die Rückkehr des Papstes in den Vatikan ist für den frühen Nachmittag vorgesehen.

Im Februar 2016 hatte Franziskus anlässlich des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit die Reliquie Pater Pios in den Petersdom bringen lassen. Während der Aufbahrung in Rom kamen nach Kirchenangaben rund eine halbe Million Menschen, um den Volksheiligen zu sehen.

Seit 1918 sollen sich bei Pater Pio die Wundmale Christi (Stigmata) gezeigt und er soll auch die Gabe des Heilens gehabt haben. Die Stigmata wurden von Kritikern auf die angebliche Verwendung ätzender Substanzen zurückgeführt. Trotz der auch von kirchlicher Seite geäußerten Zweifel an der Echtheit der Stigmata reisten zunehmend Pilger nach San Giovanni Rotondo zu den Heiligen Messen Pater Pios und suchten ihn als Beichtvater auf. 1999 wurde Pater Pio von Johannes Paul II. selig-, 2002 heiliggesprochen. Der polnische Papst hatte als junger Priester Padre Pio besucht, seine Predigten gehört und selbst bei ihm gebeichtet. Angeblich soll der Wunderheilige aus San Giovanni Rotondo dem polnischen Priester damals prophezeit haben, er werde einmal Papst werden.

apa

stol