Dienstag, 15. September 2015

Papst für Besteuerung von Kirchenbesitz in Italien

Papst Franziskus hat sich mit der Besteuerung von Kirchenbesitz in Italien einverstanden erklärt, wenn damit Profite gemacht werden.

Papst Franziskus - Archivbild
Papst Franziskus - Archivbild - Foto: © LaPresse

Viele Kongregationen würden Klöster in Hotels umwandeln, um den Kirchenbesitz zu erhalten. „Wer dies macht, soll Steuern zahlen“, sagte der Papst. Seit Jahren tobt in Italien ein Streit um die Besteuerung von Kirchenbesitz.

Eine katholische Schule solle keine Steuern zahlen, doch wenn eine kirchliche Einrichtung als Hotel diene, müsse man dafür Steuern zahlen. „Ansonsten ist diese Aktivität nicht besonders gesund“, erklärte der Papst in einem Interview mit dem portugiesischen Radiosender Radio Renascenca, das am Dienstag von „La Repubblica“ veröffentlicht wurde.

Die Anwendung der Immobiliensteuer auf die katholische Kirche und andere Non-Profit-Organisationen ist in Italien ein Dauerstreitthema. Es wurde durch Rechtsprechung und Regierungen mehrfach modifiziert. Von Anfang an waren kirchliche – nicht nur katholische – sowie laizistische Immobilien von der Immobiliensteuer befreit, soweit sie Kultzwecken oder „besonders verdienstvollen Aktivitäten“ dienten.

Die Immobiliensteuer musste von Katholiken, Waldensern, Adventisten oder den jüdischen Gemeinden nur gezahlt werden, wenn ihre Einrichtung ausschließlich kommerzielle Zwecke verfolgten. Zur Auslegung dieser Vorgaben gab es immer wieder Klärungsbedarf – und Einwände.

apa

stol