Dienstag, 20. Februar 2018

Papst-Gesandter trifft Missbrauchsopfer in Chile

Im Skandal um den chilenischen Bischof Juan Barros hat sich der Papst-Gesandte Charles Scicluna in Chile mit Missbrauchsopfern getroffen. „Ich bin von Papst Franziskus nach Chile geschickt worden, um nützliche Informationen über Monseñor Juan Barros Madrid zu sammeln“, sagte der maltesische Erzbischof am Dienstag in der päpstlichen Nuntiatur.

Der Papst-Gesandte Charles Scicluna hat sich in Chile mit Missbrauchsopfern getroffen.
Der Papst-Gesandte Charles Scicluna hat sich in Chile mit Missbrauchsopfern getroffen.

Bei seinen Ermittlungen hatte Scicluna am Wochenende bereits ein erstes Missbrauchsopfer in New York angehört. Bis Ende der Woche will er nun in Chile die Aussagen weiterer Zeugen aufnehmen.

Barros wird vorgeworfen, die Sexualdelikte des früheren Pfarrers und Priesterausbilders Fernando Karadima gedeckt zu haben. Karadima wurde bereits 2011 von einem Gericht des Vatikans schuldig gesprochen. Bei der jüngsten Chile-Reise von Papst Franziskus hatte der Fall einen Eklat ausgelöst.

Als Antwort auf die Frage eines Journalisten hatte das katholische Kirchenoberhaupt den Bischof Barros in Schutz genommen. „Es besteht kein einziger Beweis gegen ihn, es ist alles Verleumdung“, sagte Franziskus. Später entschuldigte er sich für seine Wortwahl.

dpa

stol