Montag, 19. Februar 2018

Papst-Gesandter wegen Missbrauchskandals in Chile

Im Skandal um den chilenischen Bischof Juan Barros hat Papst Franziskus einen eigenen Ermittler in das südamerikanische Land geschickt. Der maltesische Erzbischof Charles Scicluna traf am Montag in Santiago de Chile ein.

Papst Franziskus hat einen eigenen Ermittler nach Chile geschickt.
Papst Franziskus hat einen eigenen Ermittler nach Chile geschickt.

Der Papst-Gesandte will sich dort im Laufe der Woche mit Missbrauchopfern treffen. Diese beschuldigen Barros, die Sexualdelikte des früheren Pfarrers und Priesterausbilders Fernando Karadima gedeckt zu haben.

Karadima wurde bereits 2011 von einem Gericht des Vatikans schuldig gesprochen. Bei der jüngsten Chile-Reise von Papst Franziskus hatte der Fall einen Eklat ausgelöst. Als Antwort auf die Frage eines Journalisten hatte das katholische Kirchenoberhaupt den Bischof Barros in Schutz genommen. „Es besteht kein einziger Beweis gegen ihn, es ist alles Verleumdung“, sagte Franziskus. Später entschuldigte er sich für seine Wortwahl.

Bei seinen Ermittlungen hatte Scicluna am Wochenende bereits ein erstes Missbrauchsopfer in New York angehört. „Ich hatte das erste Mal das Gefühl, dass uns zugehört wird“, sagte Juan Carlos Cruz nach dem Treffen an seinem aktuellen Wohnort. In Chile will Scicluna auch mit einer Laienorganisation in Barros' Bistum Osorno zusammenkommen, die die Abberufung des umstrittenen Bischofs fordert.

dpa

stol