Dienstag, 10. November 2015

Papst in Migrantenstadt Prato: Appell gegen Schwarzarbeit

Bei seinem Besuch in der toskanischen Stadt Prato, in der tausende chinesische Familien zum Teil illegal in der Textilindustrie arbeiten, hat Papst Franziskus am Dienstag einen eindringlichen Appell gegen Schwarzarbeit und Illegalität gerichtet. Er plädierte dabei ausdrücklich für die Integration der Migranten.

Der Papst zu Besuch in Prato.
Der Papst zu Besuch in Prato. - Foto: © APA/EPA

„Das Leben jeder Gemeinschaft verlangt, dass das Krebsgeschwür der Korruption und das Gift der Illegalität bekämpft werden. In uns und mit den anderen müssen wir immer für die Wahrheit kämpfen“, drängte der Heilige Vater. Er plädierte für unermüdliches Engagement für eine „gerechtere und ehrlichere Gesellschaft“. Auf Mangel an Transparenz und Lügen könne man „nichts Gutes“ aufbauen.

Der Papst rief die Bewohner Pratos auf, sich für die Integration der chinesischen Familien einzusetzen. Man dürfe vor Situationen nicht resignieren, in denen das Zusammenleben schwierig sei.

Der Papst gedachte auch der sieben chinesischen Migranten, die im Dezember 2013 in einer Textilfabrik in Prato bei einem Brand ums Leben gekommen waren. Dafür waren im vergangenen Jänner drei Chinesen zu Strafen von bis zu acht Jahren Haft verurteilt worden. Der Papst nannte den Tod der sieben Migranten eine „Tragödie der Ausnutzung und der unmenschlichen Lebensbedingungen“.

Nach dem Besuch in Prato reiste Franziskus nach Florenz weiter. Er wird in der Basilika „Santissima Annunziata“ Kranke treffen. Zu Mittag isst er mit Armen in der Kantine der Diözesan-Caritas. Im Zentrum des Besuchs von Papst Franziskus steht die fünfte nationale Studientagung der italienischen Kirche, die von Montag bis Freitag in Florenz stattfindet. Das Treffen steht unter dem Motto: „In Jesus ein neuer Humanismus“. Die Teilnehmer beraten über die Herausforderungen der heutigen Zeit, in denen Grundwerte verloren zu gehen scheinen.

apa

stol