Dienstag, 06. Oktober 2015

Papst: „Lehre in Sachen Ehe steht nicht infrage“

Die Synodenväter dürfen ihren Arbeitshorizont im Rahmen der am Sonntag begonnenen Familiensynode nicht auf das Thema der Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene beschränken. Dies betonte Papst Franziskus am zweiten Arbeitstag der Familiensynode nach Angaben des vatikanischen Pressesprechers, Pater Federico Lombardi, am Dienstag.

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Die katholische Lehre zum Thema Ehe stehe nicht zur Debatte und sei mit der Familiensynode nicht infrage gestellt worden. Der Papst rief die Synodenteilnehmer auf, die Breite der Themen zu berücksichtigen, die man im Rahmen der Synode besprechen wolle.

Wiederverheiratete Geschiedene sollen zur Kommunion zugelassen werden

Das Thema des Umgangs der Kirche mit wiederverheirateten Geschiedenen beschäftigt auch die italienische Öffentlichkeit. Laut einer vom Meinungsforschungsinstitut Ipsos durchgeführten Umfrage, die am Dienstag von der Mailänder Tageszeitung „Corriere della Sera“ veröffentlicht wurde, sind 55 Prozent der Befragen dafür, dass wiederverheiratete Geschiedene zur Kommunion zugelassen werden.

28 Prozent seien „eher dafür“, ergab die Umfrage. 

37 Prozent der Befragten befürworteten eine Einführung der Homo-Ehe in Italien. Ebenfalls 37 Prozent sprachen sich zwar gegen Ehen aus, würden jedoch die Legalisierung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften begrüßen. Die Frage der Institutionalisierung von Lebenspartnerschaften ist in Italien seit Jahren ein umstrittenes Thema.

Die Frage ist zurzeit besonders heikel, weil im italienischen Parlament über einen Gesetzesentwurf diskutiert wird, der homosexuellen Paaren, die eine rechtlich anerkannte Lebenspartnerschaft eingehen, die Rechte und Pflichten eines heterosexuellen Ehepaares einräumt.

Homosexuelle Ehen, die im Ausland geschlossen wurden, sollen demnach in Italien automatisch als Lebenspartnerschaften registriert werden. Der Gesetzesentwurf stammt vom Partito Democratico (PD) von Regierungschef Matteo Renzi.

apa

stol