Sonntag, 31. Dezember 2017

Papst mahnt zum Frieden

Mit dem drastischen Foto eines toten Kleinkinds aus Nagasaki will Papst Franziskus seiner Mahnung zu Frieden und Deeskalation Nachdruck verleihen. Auf Wunsch des Papstes werde das Bild nachgedruckt und verbreitet, teilte das vatikanische Presseamt laut Kathpress am Sonntag mit.

Papst Franziskus mahnt in angespannten Zeiten Foto: APA (AFP)
Papst Franziskus mahnt in angespannten Zeiten Foto: APA (AFP)

Die Aufnahme des US-Fotografen Joe O'Donnell (1922-2007) aus dem Jahr 1945 zeigt einen etwa zehnjährigen japanischen Buben, der seinen toten kleinen Bruder auf dem Rücken zur Leichenverbrennung trägt. Die Rückseite zeigt die Worte „... die Frucht des Krieges” und die Unterschrift von Franziskus, dazu eine kurze Bildbeschreibung auf Spanisch.

Papst Franziskus hatte in den vergangenen Monaten wiederholt vor den möglichen Folgen neuer Eskalationen gewarnt und in den internationalen Krisen zu Dialog aufgerufen. Im Hinblick auf die Spannungen zwischen Nordkorea und den USA verurteilte er atomare Drohgebärden. Dabei sprach er von einem „Selbstmord der Menschheit”. Der Neujahrstag wird von der katholischen Kirche als Weltfriedenstag begangen.

Der Fotograf O'Donnell kam im September 1945 kurz nach den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki als Marineinfanterist nach Japan, um das Kriegsende fotografisch zu dokumentieren. Zur Geschichte seiner Aufnahme des Buben aus Nagasaki erzählte er später in einem Interview: „Die Männer mit weißen Gesichtsmasken gingen zu ihm und begannen schweigend den Gurt zu lösen, der das Baby hielt. Da sah ich, dass es schon tot war. Die Männer hielten den Körper bei den Händen und Füßen und legten ihn auf das Feuer. Der Bub stand stramm da, ohne sich zu bewegen, und schaute auf die Flammen. Er biss so stark auf seine Unterlippe, dass sie vor Blut glänzte. Die Flamme brannte schwach, wie die untergehende Sonne. Der Bub machte kehrt und ging still weg.”

apa

stol