Montag, 22. Januar 2018

Papst verurteilt Armut in den Vorstädten

Papst Franziskus hat zum Abschluss seiner Lateinamerika-Reise die große Armut in den Vorstädten verurteilt. „Es gibt eine große Zahl von 'Nicht-Bürgern', von 'Halb-Bürgern' oder 'städtischen Überbleibseln', die an unseren Wegrändern liegen, die an den Rändern unserer Städte leben, ohne die nötigen Bedingungen für ein Leben in Würde”, sagte er bei einer Messe vor 1,3 Millionen Gläubigen in Lima.

Franziskus feierte die Messe vor 1,3 Millionen Gläubigen in Lima. - Foto: APA (AFP)
Franziskus feierte die Messe vor 1,3 Millionen Gläubigen in Lima. - Foto: APA (AFP)

Es sei „schmerzhaft, unter diesen 'städtischen Überbleibseln' die Gesichter vieler Kinder und Jugendlicher zu erkennen”, fügte der Pontifex bei dem Gottesdienst auf einem Luftwaffenstützpunkt in der peruanischen Hauptstadt hinzu. „Man erkennt das Gesicht der Zukunft.” Städte seien ein „Ort der Gleichgültigkeit, der uns zu anonymen Personen macht, taub gegenüber den anderen, die aus uns unpersönliche Wesen mit einem unsensiblen Herzen machen”.

Der aus Argentinien stammende Papst hatte als Priester Jorge Bergoglio früher in Buenos Aires häufig die Armenviertel besucht. Franziskus ist geprägt von der „Volkstheologie”, der argentinischen Variante der sozialistisch geprägten „Befreiungstheologie”. Franziskus schloss mit der Messe eine einwöchige Reise ab, die ihn in mehrere Orte in Chile und Peru führte. In der Nacht auf Montag flog der Papst nach Rom zurück.

apa/ag.

stol