Sonntag, 18. September 2016

Parisi statt Berlusconi: Mitte-rechts-Block beginnt neu

Italiens Mitte-rechts-Lager sucht ohne Unterstützung von Ex-Premier Silvio Berlusconi nach einer neuen politischen Identität. Dies soll mithilfe des von Berlusconi mit der Neugründung der rechtskonservativen Forza Italia beauftragte Manager Stefano Parisi erfolgen.

Stefano Parisi soll den italienischen Mitte-rechts-Block wieder auf Kurs bringen.
Stefano Parisi soll den italienischen Mitte-rechts-Block wieder auf Kurs bringen. - Foto: © LaPresse

Parisi rief an diesem Wochenende die Mitte-rechts-Kräfte zu Zusammenhalt auf, um der Wählerschaft eine politisch Alternative zu bieten.

„Zusammen sind wir in der Lage, das Kabinett Renzi zu ersetzen und Italien zu regieren. Von Mailand aus soll die Neugründung des Mitte-rechts-Lagers starten“, betonte Parisi, erfolgloser Kandidat bei der Mailänder Bürgermeisterwahl im vergangenen Mai.

Der gebürtige Römer, Ex-Generaldirektor des Unternehmerverbands Confindustria und Ex-Geschäftsführer des Telekomkonzerns Fastweb, will eine Strategie entwickeln, damit die unter der Konkurrenz der Demokratischen Partei (PD) von Premier Matteo Renzi und der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung leidende Mitte-rechts-Allianz einen Weg aus ihrer Krise finde und in den Augen der Wählerschaft wieder attraktiver werde.

Die Mitte-rechts-Allianz, die ohne der politischen Führung Berlusconis seit Jahren dahinsiecht, sei laut Parisi die einzige Hoffnung für die Italiener. Vor allem angesichts der akuten Flüchtlingskrise, mit der Renzi nicht umgehen könne, sei eine Wende in Italien dringend notwendig.

Parisi appellierte an die Italiener, bei dem im Herbst geplanten Referendum über Renzis Verfassungsreform „Nein“ zu stimmen. Damit könne man den Sturz von Renzis Regierung beschleunigen, sagte er.

Zur Veranstaltung in Mailand wurden mehrere Hauptakteure des Mitte-rechts-Lagers eingeladen. Die ausländerfeindliche Lega Nord, die in den vergangenen Monaten an Stimmen stark zulegen konnte, will von Parisis Plänen hingegen nichts wissen. 

apa 

stol