Mittwoch, 30. März 2016

Patronate müssen Leute beraten

Jahresversammlung der KVW-Ortsgruppe mit Referat und Ehrungen

Luise und Josef Hinteregger, Esther Blasbichler, Oswald Mair und Bürgermeister Josef M. Fischnaller.
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Luise und Josef Hinteregger, Esther Blasbichler, Oswald Mair und Bürgermeister Josef M. Fischnaller.

Bei der Jahresversammlung wurde Rückschau gehalten. Den Mitgliedern wurde geraten, alles zu hinterfragen und konstruktiv kritisch in der Ortsgruppe mitzuarbeiten.

Der Ortsobmann Josef Hinteregger hieß den Bürgermeister Josef M. Fischnaller und dessen Frau Evi, Präsidentin vom PGR, sowie die Vorsitzenden Esther Kerer Blasbichler vom Bezirk Brixen und Karl-Heinz Brunner vom Bezirk Bruneck und die anwesenden KVW-Mitglieder zur Jahresversammlung herzlich willkommen.   

Nach dem Gedenken an sechs verstorbene Mitglieder berichtete Oswald Mair, dass die Ortsgruppe Lüsen zurzeit 228 Mitglieder zähle.

Magdalena Zwerger Adami erzählte von der Tätigkeit in der Seniorenstube. Das Jahr begann mit Dia- und Filmschau über frühere Veranstaltungen und mit Kartenspiel. Bei der Faschingsfeier erheiterten Theaterspieler das Publikum. Zum Thema „Gesund im Alter“ referierte der Arzt Johann Busetti. Ernst Delmonego berichtete vom Leben und Arbeiten in früherer Zeit. Im Mai besuchten mehrere Senioren den Tierpark in Toblach. Die Frühlingsfahrt führte ins Sarntal. Beim „Törggelen“ wurde die neue Leitung der Seniorenstube vorgestellt.

Die Adventfeier wurde gemeinsam mit dem KVW abgehalten. Abschließend stellte Magdalena auch wichtige Programmpunkte fürs heurige Jahr vor. Zum Jahresanfang wurde in der Dorfchronik geblättert und eine Salbe zubereitet. Im Laufe des Jahres finden eine Überraschungs-, eine Frühlings- und eine Wallfahrt statt. Auch Vorträge und Kartennachmittage stehen auf dem Programm, sagte sie und dankte der Gemeindeverwaltung für die finanzielle Unterstützung.    

Der Ortsobmann erzählte von den Besuchen bei Senioren in Heimen, von den Fahrten nach Maria Einsiedeln (CH), Luggau in Kärnten und zum Krippenmuseum in Luttach. Dann dankte er Roswitha Hofer Ebner für die Kerzen, die Kranken und bei Besuchen den Angehörigen von Verstorbenen überbracht werden. Er lobte den Erfolg bei der Kaffeeaktion und die wertvolle Hilfe des Patronates sowie des Sozialfürsorgers Helmut Pedratscher. Abschließend dankte er der Gemeindeverwaltung für den Beitrag, ohne den die Ortsgruppe finanziell nicht bestehen könnte. Oswald Mair bestätigte dies bei der Verlesung des Kassaberichtes und berichtete, dass sich der KVW-Ausschuss zehnmal zur Sitzung getroffen habe..

Durch Ehrungen kommt Dank und Freude in der Versammlung auf. Josef Hinteregger ist bereits 40 Jahre Mitglied und 25 Jahre Ortsobmann des KVW. Die Bezirksvorsitzende Esther überreichte ihm zum Dank ein Diplom und die Verdienstmedaille des KVW in Silber; seiner Frau Luise einen Blumenstrauß. Für 25 Jahre Mitgliedschaft wurde auch Sophia Winkler Leitner geehrt.

Das Referat zum Thema „Konstruktiv, kritisch gestalten: wir im KVW und in der Gesellschaft“ hielt Karl-Heinz Brunner, der Vorsitzende des KVW-Bezirkes Bruneck. Er empfahl Konflikte offen anzuprangern, denn Aufträge werden rar, der Arbeitsmarkt ist unsicher. Es gehe vielfach Angst um, etwas zu verlieren, nicht mehr mithalten zu können, aber auch wegen der Überfremdung. Unzufriedene prägen Schlagwörter, drücken ihre Wut in Worten aus. Manche Leute stehen ratlos da und glauben, durch Wahlen nichts ändern zu können. Um die Situation zu verbessern riet der Referent, sich mehr zu bemühen, Zivilcourage zu zeigen, kritisch und überzeugend zu argumentieren. Wir brauchen die Patronate, um Leute bei ihren Sorgen mit Kranken und Pflegebedürftigen zu beraten.

Die Vorsitzende des KVW-Bezirkes Brixen nannte die Mitglieder Säulen des Verbandes. Sie sollen sich um ihre Rechte wehren, aber auch Hilfe leisten. Hausfrauen seien wertvoll. Sie haben alles weiter geführt, als ihre Männer im Krieg waren. Nachbarschaftshilfe und Elterndank sind immer noch wertvoll. Auch Sozialdienste wie Besuche von Kranken, Hilfsbedürftigen und Einsamen sind für die Gesellschaft wichtig. Selbst die eigene Arbeit schätzen und sich manchmal selbst loben trägt zur Zufriedenheit bei.

Der Bürgermeister lobte den Einsatz des Sozialfürsorgers und des KVW-Ausschusses. Gesetze sind manchmal schwer anzuwenden, sagte er, mache Bedürftige fallen durch den Raster. Die Behandlung von Beamten, Unternehmern und Privaten führt zu einer Klassen- und Neidgesellschaft. Trotz Ungerechtigkeit braucht es die Zufriedenheit. Presseberichte müssen hinterfragt werden. Wir müssen neue Schwerpunkte setzen um eine soziale Ausgewogenheit zu erreichen.        

Zum Abschluss dankte der Ortsobmann den Referenten, der Gemeindeverwaltung für den Beitrag und die kostenlose Bereitstellung von Räumen, aber auch jenen Frauen, die Köstlichkeiten gratis zur Verfügung gestellt haben.

stol