Ihr Mann werde in einem Prager Krankenhaus behandelt, teilte seine Ehefrau Monika bei Facebook mit. „Mein Mann ist erneut geboren worden“, fügte sie hinzu. Sie bedankte sich für die „Rettung unseres ewigen Prinzen“ bei den behandelnden Ärzten, bei denen es sich um Experten für Kardiologie handele. Nach einem Bericht der Zeitung „Blesk“ soll es sich um eine vierfache Bypass-Operation gehandelt haben.<BR /><BR /> <div class="embed-box"><iframe src="https://www.facebook.com/plugins/post.php?href=https%3A%2F%2Fwww.facebook.com%2Fmonika.fialkova.5%2Fposts%2Fpfbid0jdtNCj2rttfMzkVjwvabEZgVuzCeyVAjCJgwC1jr6dwGr2qwDYvMxBfEgR1y7m2rl&show_text=true&width=500" width="500" height="762" style="border:none;overflow:hidden" scrolling="no" frameborder="0" allowfullscreen="true" allow="autoplay; clipboard-write; encrypted-media; picture-in-picture; web-share"></iframe></div> <h3> Ehefrau Monika: „Noch ein weiter Weg“</h3>Travniceks Frau drückte die Hoffnung aus, dass der bekannte Schauspieler so bald wie möglich zu seinem normalen Leben zurückkehren werde. „Vor uns liegt noch ein weiter Weg, aber mein Mann hat eine enorme Willenskraft und grüßt euch alle von der Intensivstation“, betonte die 40-Jährige. Bereits im vorigen Sommer hatte Travnicek nach eigenen Angaben wegen Herzproblemen einen Schrittmacher bekommen.<BR /><BR />In der DDR-CSSR-Koproduktion „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ spielte Travnicek den Prinzen, der das Herz von Aschenbrödel gewinnt. Seine Filmpartnerin Libuse Safrankova starb bereits im Sommer 2021 im Alter von 68 Jahren. Der Märchenfilm hat seit Jahren um Weihnachten herum einen festen Platz im Fernsehprogramm.<h3> Über den Kultfilm</h3>Zum Erfolg des Films, der unter anderem auf Schloss Moritzburg in Sachsen und bei Zelezna Ruda nahe der Grenze zu Bayern gedreht wurde , hat die großartige Hauptdarstellerin Libuse Safrankova (1953-2021) beigetragen. Der damals erst 19-Jährigen gelang es, mädchenhaften Charme mit selbstbewusstem Auftreten zu verbinden. In dieser Verfilmung ist Aschenbrödel nicht hilflos anderen ausgeliefert. Sie widerspricht der bösen Stiefmutter, führt den Prinzen an der Nase herum – und verkleidet sich sogar als Bub. Aschenbrödel ist emanzipiert, sie zeigt Girlpower.<h3> Drehbuchautor blieb lange geheim</h3>Der Kern der Handlung ist schnell erzählt: Aschenbrödel lebt nach dem Tod ihres geliebten Vaters bei ihrer Stiefmutter und deren Töchtern, die sie schikanieren. Sie trifft einen Prinzen bei der Jagd im verschneiten Wald und bewirft ihn mit einem Schneeball. Mithilfe von drei Zaubernüssen gewinnt sie sein Herz. Fehlen darf natürlich auch nicht die Szene, wo sie ihren Schuh verliert. Der Prinz entdeckt den Schuh und findet mit ihm Aschenbrödel.<BR /><BR />Die Vorlage zu „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ lieferte die Schriftstellerin Bozena Nemcova (1820-1862), die von der französischen Märchentradition beeinflusst war. Doch wer für die gelungene Modernisierung des Stoffs verantwortlich war, blieb jahrzehntelang ein streng gehütetes Geheimnis. Zwar wurde die Dramaturgin Bohumila Zelenkova (88) als Autorin im Vorspann genannt, doch in Wirklichkeit deckte sie nur einen anderen, verbotenen Kollegen: Frantisek Pavlicek (1923-2004) gehörte zu den Vertretern der Liberalisierung während des „Prager Frühlings“.<BR /><BR />Nach dem Einmarsch der Warschauer-Pakt-Staaten vom August 1968 fiel der Dramatiker wie viele andere in Ungnade. Aus politischen Gründen musste Pavlicek seinen Lebensunterhalt als Lager- und Hilfsarbeiter sowie als Hausmeister verdienen. Er unterzeichnete die Charta 77, ein Manifest für mehr Bürgerrechte in der sozialistischen CSSR, und saß dafür im Gefängnis. Erst nach der demokratischen Wende von 1989 wurde er rehabilitiert und leitete noch für ein Jahr den tschechoslowakischen Rundfunk.<h3> Leidenschaftliche Fangemeinde</h3>„Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ wurde derweil zu einem enormen Publikumserfolg. Schon kurz nach der Premiere 1973 wurden die Kinorechte in Länder von Argentinien über die Niederlande und Norwegen bis nach Kuba und Vietnam verkauft. Der Film hat bis heute eine leidenschaftliche Fangemeinde auf der ganzen Welt.<BR /><BR />„Niemand hatte mit einem solchen Erfolg gerechnet, niemand, weder der Regisseur noch der Kameramann“, sagte der Schauspieler Pavel Travnicek einmal in einem Interview. Als nachteilig erwies sich lediglich, dass er dadurch in eine Rollen-Schublade geriet: „Du kannst filmen, was immer du willst, aber du bleibst Prinz. Und ich habe immer dazu gesagt, nun ja, so ist die Welt. Wir können nicht alles auf der Welt haben.“<h3> Prinz-Darsteller liebt Weihnachten</h3>Mit Freude erinnert sich Travnicek an die Weihnachten seiner eigenen Kindheit, wie er jüngst in einem Interview verriet: „Ich bin in einer Zeit aufgewachsen, als alles einfacher und vielleicht auch zauberhafter war.“ Er erinnerte an Lichter in den Fenstern, den leckeren Geruch aus der Küche und die Spannung vor der Bescherung. Der heute 75-Jährige sagte, dass man sich selbst über Kleinigkeiten gefreut habe: „Das Entscheidende an Weihnachten war, dass wir alle zusammen waren.“