Montag, 12. März 2018

PD-Führung tagt ohne Renzi und geht in die Opposition

Der Vorstand des Partito Democratico (PD) hat am Montag erstmals seit über 4 Jahren ohne seinen Vorsitzenden Matteo Renzi getagt.

Der Vorstand von Italiens Demokratischer Partei (PD) hat am Montag ohne seinen Vorsitzenden Matteo Renzi getagt.
Der Vorstand von Italiens Demokratischer Partei (PD) hat am Montag ohne seinen Vorsitzenden Matteo Renzi getagt. - Foto: © LaPresse

Der stellvertretende PD-Chef Maurizio Martina übernahm interimistisch die Parteiführung und verlas den Rücktrittsbrief Renzis, der vor einer Woche nach der Wahlpleite der Partei bei den Parlamentswahlen am 4. März das Handtuch geworfen hat.

Martina bekräftigte, dass der PD weder eine Allianz mit der Fünf-Sterne-Bewegung noch mit der rechtspopulistischen Lega abschließen werde. Die Partei werde in die Opposition gehen. „Die Italiener haben mehrheitlich für die Lega und die Grillo-Bewegung gestimmt, jetzt sollen diese Kräfte das Land regieren, wenn sie dazu fähig sind. Der PD wird Italien als Oppositionspartei dienen“, sagte Martina. Er bekräftigte sein volles Vertrauen in Staatspräsident Sergio Mattarella, der einen Ausweg aus dem politischen Stillstand in Rom finden muss.

„Italien braucht uns noch“

Martina zeigte sich überzeugt, dass sich die Sozialdemokraten, die bei den Wahlen auf ein Rekordtief von 18 Prozent gesunken sind, wieder aufraffen werden. „Wir werden für die Revanche arbeiten, wir können es schaffen. Italien braucht uns noch“, versicherte Martina. Die Nummer zwei der Partei räumte Fehler ein. Die Linke habe noch keine einheitliche Antwort auf den Wandel durch Globalisierung und technologische Revolution gefunden, der die Menschen neuen Gefahren ausliefere. „Die Fahne der offenen Gesellschaft genügt nicht. Die Bürger fühlen sich fragiler und fordern Schutz“, sagte der PD-Vize.

Renzi engagiert sich weiterhin für seine Partei

Inzwischen erklärte der zurückgetretene PD-Chef Matteo Renzi, dass er zwar einen Schritt zur Seite mache, sich aber weiterhin für seine Partei engagieren werde. „Wir geben nicht auf, wir werden anderen nicht die Zukunft überlassen. Danke für diese schönen Jahre zusammen. Die Zukunft kehrt früher oder später zurück“, schrieb Renzi in einem offenen Brief an einen PD-Anhänger.

apa

stol