Donnerstag, 16. Juni 2016

Pegida: Bruch in Führungsspitze

Tatjana Festerling, bisher neben Pegida-Gründer Lutz Bachmann führender Kopf der Bewegung, wird aus dem Verein ausgeschlossen. Das sogenannte Orga-Team von Pegida hat Festerling in einer auf Facebook verbreiteten Erklärung „vereinsschädigendes Verhalten“ vorgeworfen.

Tatjana Festerling ist nicht mehr Teil der Pegida-Führung. Foto: APA/AFP
Tatjana Festerling ist nicht mehr Teil der Pegida-Führung. Foto: APA/AFP

Zur Begründung hieß es unter anderem, Festerling habe sich nicht an Absprachen gehalten und ihre Redemanuskripte im Voraus nicht vorgelegt. Festerling bezichtigte Bachmann am Donnerstag ihrerseits der Lüge.

Tatjana Festerling war lange Zeit Pegida-Hauptrednerin in Dresden

Die frühere Hamburger AfD-Politikerin Festerling war lange Zeit neben Bachmann Hauptrednerin auf den Pegida-Kundgebungen in Dresden. Sie fiel durch besonders scharfe Angriffe gegen Politiker, Medien und Flüchtlinge auf. Seit Wochen war Festerling allerdings öffentlich bei Pegida nicht mehr in Erscheinung getreten.

Angebliche Alleingänge Festerlings

Der Bachmann-Verein erklärte, Festerling habe Pegida durch Äußerungen „wiederholt in Erklärungsnöte gebracht“. Als Beispiel wurde ihre Forderung nach einem „Säxit“, einer Volksabstimmung über die Unabhängigkeit Sachsens von Deutschland im vergangenen Jahr genannt.

Zudem warf der Verein Festerling „Alleingänge“ durch unabgesprochene Interviews im Namen von Pegida sowie zahlreiche Touren quer durch Europa vor.

Festerling kontert auf Kritik

In einer auf der Facebook-Seite „Solidarität mit Tatjana Festerling“ veröffentlichten Erklärung griff die Ex-Pegida-Frontfrau Bachmann am Donnerstag scharf an. Dieser habe ihr Mitte April Redeverbot auf der Bühne erteilt und bereits damals die Entscheidung zu ihrem Ausschluss mitgeteilt.

Pegida geht seit Oktober 2014 in Dresden fast wöchentlich auf die Straße und macht Stimmung gegen Muslime, Flüchtlinge, Politiker und Medien. 

apa/afp

stol