Mittwoch, 09. März 2016

Pendlerchaos im Unterland?

Gefährlich überfüllte Pendlerzüge, Menschen eingepfercht wie Sardinen und eine Landesregierung die beschönigt, anstatt zu reagieren. Das morgendliche Pendlerproblem im Unterland ist akut wie eh und je, darauf macht die Bezirksgruppe Unterland/Überetsch der Süd-Tiroler Freiheit aufmerksam.

Zug Unterland heute morgen-Foto Stefan Zelger
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Zug Unterland heute morgen-Foto Stefan Zelger

"Auch eine Landtagsanfrage der Bewegung brachte nichts. Sie förderte nur zutage, dass Landesrat Mussner von der wirklichen Situation keine Ahnung hat! Die Landtagsabgeordneten Steger und Schiefer kümmern sich derweil lieber um „Frecce“-Züge, als um die wirklichen Probleme", so die scharfe Kritik der STF. 

Der Hauptzug für Pendler um 7.30 Uhr von Bassano Del Grappa nach Bozen ist manchmal mit zwei Zuggarnituren bestückt, meistens nur mit einer. Landesrat Mussners Aussagen im Landtag gehen deshalb an der Realität vorbei: „Der Zug aus Bassano del Grappa wird im Regelfall mit zwei Garnituren geführt und nur in Ausnahmefällen, aufgrund technischer Gründe, auf eine Garnitur verkürzt.“ „Was Mussner als ‚Ausnahmefälle‘ abtut, ist in Wirklichkeit aber die Regel“, so Stefan Zelger, Mitglied der Landesleitung der Süd-Tiroler Freiheit und selbst Pendler auf dieser Strecke.

Die Süd-Tiroler Freiheit wollte zudem wissen, wer denn die Verantwortung trage, falls etwas passieren sollte? Der Landesrat schiebt den Schwarzen Peter an die Bediensteten weiter: „Der Zugbegleiter von Trenitalia hat die Aufgabe zu überprüfen, ob die maximal zugelassene Fahrgastanzahl nicht überschritten wird. Sollte diese Zahl überschritten werden, muss er den Zustieg weiterer Fahrgäste verhindern.“ Wie ein einzelner Schaffner über hundert Pendler am Zustieg hindern will, hat Mussner freilich nicht erwähnt.

Erstaunt zeigte sich die Bezirksgruppe auch über den jüngsten Antrag von Oswald Schiefer und Dieter Steger im Landtag, wonach die „Frecce“-Hochgeschwindigkeitszüge in Auer Halt machen sollten. Die Süd-Tiroler Freiheit spricht sich seit jeher für gute Bahnanbindungen aus und hat deshalb für den Antrag gestimmt. Die Prioritäten gehen aber an den Bedürfnissen der Unterlandler weit vorbei: „Morgens heillos überfüllte Pendlerzüge, danach ein Fahrplanloch von fast drei Stunden, obendrauf heruntergekommene Bahnhöfe: Die SVP soll sich endlich um die richtigen Probleme kümmern“, so die eindringliche Forderung der Süd-Tiroler Freiheit.

Stefan Zelger, Mitglied der Bezirksgruppe Unterland/Überetsch der Süd-Tiroler Freiheit

Werner Thaler, Bezirkssprecher der Süd-Tiroler Freiheit Unterland/Überetsch

SÜD-TIROLER FREIHEIT, Bozen

stol