Dienstag, 26. September 2017

Peter Senoner im Landesmuseum Schloss Tirol

Ab 7. Oktober zeigt Peter Senoner auf Schloss Tirol seine neuen Arbeiten. „Botanicalirious“ nennt sich die Schau, die den auf Holz gefertigten Zeichnungen des Künstlers gewidmet ist. Allein schon der Ort der Ausstellung schafft eine bewusste Klammer zur Gegenwart, zumal der Ausstellungsraum an der Spitze des Bergfrieds, von Beginn an für kleine Ausstellungen konzipiert, die ideale Plattform bietet.

BOTANICALIRIOUS, Graphit und Pigment auf Holz, 2017, Foto: Jürgen Eheim, courtesy: Galleria Doris Ghetta
BOTANICALIRIOUS, Graphit und Pigment auf Holz, 2017, Foto: Jürgen Eheim, courtesy: Galleria Doris Ghetta

Die Darstellung der Geschichte des 20. Jahrhunderts „mündet“ in die Gegenwart. Und Senoners Menschenbilder gehören dazu. 
Senoners Plastiken und hier auch seine Zeichnungen verlassen die Basis einer humanistisch entwickelten Menschendarstellung und greifen in den Raum des Fiktiven, schaffen hybride Körperskulpturen einer Science-Fiktion-Welt. Ein Großformat dieser Plastiken, COR, wird auf einem von Firma Leitner gesponserten Drahtseil-Sockel in der Vorburg zu sehen sein und so eine sichtbare Brücke nach außen schlagen. Zugleich arbeitet Peter Senoner auf Holz und zeichnet seine plastischen Körperwelten auf heimatliches Material, aus dem traditionell Skulpturen gefertigt sind. Hier kommt es zu einer Symbiose von Körper und Pflanze, darauf spielt der Titel der Ausstellung an: Botanical, Delirious. Der Bildhauer betätigt sich als Zeichner, die Zeichnung verrät ihre plastische Dimension, in den Schichtungen der Zeichnung liegt Bewegung und Veränderung, Vorzustand und Fertiges.

Wie es Heinrich Schwazer, der Kurator der Ausstellung, formuliert: „Peter Senoner ist, sei es als Zeichner, sei es als Bildhauer, ein Körperbesessener. Und er ist, sei es als Zeichner, sei es als Bildhauer, ein Künstler der Hybridität. Beide Begriffe stehen gegenwärtig im Zentrum heftig geführter Debatten. Radikale Positionen des Posthumanismus streben unter dem Schlagwort ,Cyborgisierung des Menschen? eine Überwindung des als mangelhaft empfundenen Körpers an und sehen darin den nächsten großen Zivilisationssprung, Kritiker sehen in einem fortschreitend entkörperten Selbst den Körper selbst verschwinden.“

Die Ausstellung wird von 7. Oktober bis 26. August 2018 (Winterpause: 11.12.2017–14.03.2018) zu sehen sein. 

stol