Donnerstag, 20. September 2018

Pfefferspray gegen EU-Gipfel-Demonstranten

Nach dem Ende einer eigentlich friedlichen Kundgebung gegen den EU-Gipfel in Salzburg ist es am Donnerstagabend zu einer rund zweieinhalbstündigen Konfrontation zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Die Exekutive setzte Pfefferspray ein, es kam zu einer Sitzblockade auf einer stark befahrenen Straße. Kurz vor der gewaltsamen Auflösung konnten Verhandler ein friedliches Ende erreichen.

Siltzblockade durch Demonstranten Foto: APA/Neumüller
Siltzblockade durch Demonstranten Foto: APA/Neumüller

Über den Auslöser des Konflikts gehen die Versionen auseinander. Wie Polizeisprecher Michael Rausch zur APA sagte, sei eine Person mit einer Eisenstange auf einen Polizisten losgegangen. Andere Demonstranten bezweifeln diese Version allerdings stark. Der Angreifer befindet sich laut Rausch im Polizeianhaltezentrum, mehrere weitere Personen wurden zur Feststellung ihrer Identitäten wegen Sachbeschädigung und Widerstands gegen die Staatsgewalt angehalten.

Als nach der Attacke auf den Beamten offenbar drei bis fünf Personen von der Polizei eingekesselt wurden - die Angaben über die Zahl gehen auseinander - eilten rund 200 Demonstranten vom nahen Volksgarten zu Hilfe, wo eben die Schlusskundgebung zu Ende gegangen war. Sie blockierten mit einem Sitzstreik die Abfahrt eines Polizeitransporters, in dem zwei Verdächtige festgehalten wurden.

Mit Pfefferspray durch das Gedränge 

Immer wieder skandierte die Menge „Lasst sie frei”. Dabei kam es zu einem Gedränge, bei dem die Polizei Pfefferspray einsetzte. Angaben über mögliche Verletzte lagen am Donnerstagabend noch nicht vor. Für Aufregung unter den Demonstranten sorgte auch, als Polizisten überraschend einen der im Wagen festgehaltenen Männer über die Hintertüre des Transporters wegtrugen.

Offenbar kurz bevor es zur gewaltsamen Auflösung der Blockade kam, gelang dank der intensiven Bemühungen einer Veranstalterin und zweier grüner Gemeinderäte die Deeskalation. Die Polizei ließ den im Wagen verbliebenen Demonstranten frei. Der Sitzstreik löste sich auf.

apa

stol