Montag, 05. März 2018

Pfleger ohne Sprachnachweis gesucht!

Der Gesundheitsbezirk Bruneck, zu dem das Krankenhaus Bruneck und das Krankenhaus Innichen gehören, sucht Krankenpfleger, die nicht im Besitz des Zweisprachigkeitsnachweises sein müssen. „Der Zweisprachigkeitsnachweis ist nicht notwendig“, heißt es in der Stellenausschreibung fett hervorgehoben. Die Süd-Tiroler Freiheit ist empört.

Anhang Pfleger Sparchnachweis
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Anhang Pfleger Sparchnachweis

Der Gesundheitsbezirk Bruneck, zu dem das Krankenhaus Bruneck und das Krankenhaus Innichen gehören, sucht Krankenpfleger, die nicht im Besitz des Zweisprachigkeitsnachweises sein müssen. „Der Zweisprachigkeitsnachweis ist nicht notwendig“, heißt es in der Stellenausschreibung fett hervorgehoben. Die Süd-Tiroler Freiheit ist empört.

 

Cristian Kollmann, Sprecher der Arbeitsgruppe „Recht auf Muttersprache“, die bei der Süd-Tiroler Freiheit angesiedelt ist, klagt an: „Die gesetzliche Verpflichtung zur Zweisprachigkeit der Angestellten in der öffentlichen Verwaltung wird immer weiter aufgeweicht. Damit wird das Recht der Südtiroler auf Gebrauch ihrer Muttersprache einmal mehr mit Füßen getreten, und auch der Minderheitenschutz wird aufs Spiel gesetzt!“.

 

Und noch etwas komme erschwerend hinzu: In der Stellenausschreibung wird den deutschen Bewerbern die „Vergütung von privaten Italienischkursen“ angeboten, um den „Zweisprachigkeitsnachweis für die Kenntnis der deutschen und italienischen Sprache zu erwerben“, doch umgekehrt wird den Italienern kein unentgeltlicher Deutschkurs angeboten. Kollmann ist alarmiert: „Dies bedeutet also, dass die Zweisprachigkeit wenn schon nur vom deutschen und nicht vom italienischen Personal erwünscht ist! Für die Italiener oder des Deutschen unkundigen Ausländer werden also keine Anreize zum Erlernen der deutschen Sprache geschaffen, da man mit einsprachig-italienischem Personal offenbar kein Problem hat!“

 

„Die Sprachpolitik der Landesregierung geht, insbesondere im Gesundheitswesen, in die völlig falsche Richtung, weil sie darauf ausgerichtet ist, von den Deutschen Italienischkenntnisse zu verlangen, umgekehrt aber keine Deutschkenntnisse von den Italienern und Ausländern“, kritisiert Kollmann. Und er warnt: „Diese Fehlpolitik wird über kurz oder lang dazu führen, dass Italienisch zur Verkehrssprache Nr. 1 in Südtirol aufrücken und Deutsch in der öffentlichen Verwaltung zu einer Hilfssprache verkommen wird – just, wie Italien es wünscht!“

 

 

Cristian Kollmann

Süd-Tiroler Freiheit

Süd-Tiroler Freiheit, Bozen

stol