<b>Von Micaela Taroni</b><BR /><BR />Nach Schätzungen der Umweltorganisation betrifft dieses Schicksal italienweit mehr als 14.000 Tiere. Besonders gefährdet sind Mischlinge, die häufig über Jahre oder sogar ihr gesamtes Leben in Auffangstationen verbringen.<BR /><BR />Dabei ist die Ferienzeit nur ein Teil des Problems. Die Ursachen liegen tiefer: unkontrollierte Vermehrung, der zunehmende Handel mit Tieren über das Internet, fehlende Registrierung und eine unzureichende Vorbereitung vieler Menschen auf die langfristige Verantwortung für ein Haustier. Während immer mehr Tiere in Familien leben, steigt auch die Zahl jener, die ohne dauerhafte Perspektive zurückbleiben.<BR /><BR />Die Belastung trifft nicht nur die Tiere, sondern auch die öffentlichen Haushalte. Die Unterbringung eines Hundes in einer öffentlichen Einrichtung kostet nach Angaben von Legambiente durchschnittlich rund 1.900 Euro pro Jahr. Je nach Gemeinde können die Ausgaben zwischen etwa 1.300 und 2.550 Euro liegen. Ein Hund, der dauerhaft nicht vermittelt werden kann, verursacht diese Kosten über viele Jahre hinweg. <h3> Bozen hat seine Hausaufgaben gemacht</h3>Der nationale Bericht „Animali in Città“ untersucht regelmäßig den Zustand des Tierschutzes in italienischen Städten und Gemeinden. In der aktuellen Ausgabe wurde erstmals der „Index der städtischen Koexistenz“ eingeführt. <BR /><BR />Er bewertet, wie gut Gemeinden und Gesundheitsbehörden Dienstleistungen für Tierhalter organisieren – von Registrierung und Prävention bis zur Versorgung von Tieren in Not. Das Ergebnis zeigt deutlichen Verbesserungsbedarf: Die 218 bewerteten Gemeinden erreichten im Durchschnitt lediglich 36 von 100 Punkten.<BR /><BR />Eine positive Ausnahme bildet Bozen. Die Stadt wurde gemeinsam mit Piacenza für ihre besonders guten Ergebnisse ausgezeichnet. Hervorgehoben wurden unter anderem Fortschritte bei Prävention, Versorgung und der Zusammenarbeit zwischen öffentlichen Stellen und Gesundheitsdiensten.<BR /><BR />Gleichzeitig steht der Tierschutz vor finanziellen Herausforderungen. Nach Angaben von Legambiente gingen die öffentlichen Ausgaben für diesen Bereich 2025 auf 193,6 Millionen Euro zurück – 22 Prozent weniger als im Vorjahr. Dem gegenüber steht ein stetig wachsender Heimtiermarkt mit Milliardenumsätzen. Die Schere zwischen wirtschaftlicher Bedeutung von Haustieren und den verfügbaren Mitteln für ihren Schutz wird damit größer.<h3> Forderungen für mehr Tierwohl</h3>Besonders schwierig ist die Situation in Regionen, in denen finanzielle Probleme der Gemeinden mit hohen Zahlen streunender Tiere zusammentreffen. Wo Mittel für Kastrationen, Kontrollen, Registrierung und Tierheime fehlen, kann sich das Problem dauerhaft verfestigen.<BR /><BR />Legambiente fordert deshalb ein umfassendes Maßnahmenpaket: einen nationalen Fonds für grundlegende Veterinärleistungen, kostenlose Schulungen für künftige Tierhalter, besser vernetzte Tierregister sowie eine Entlastung bei Tierarztkosten. <BR /><BR />Außerdem soll die neue EU-Regelung zum Schutz und zur Rückverfolgbarkeit von Hunden und Katzen schneller umgesetzt werden. Sie sieht erstmals europaweit einheitliche Vorgaben für Mikrochip-Identifikation, Datenbanken, Zucht, Verkauf und Import vor. Denn hinter jeder Zahl steht ein Tier, das auf ein Zuhause wartet.