Als Philipp 10 Jahre alt war, verstarb sein Vater. „Die Jungschar hat mir gerade in dieser Zeit Halt gegeben“, erinnert er sich.<BR /><BR />Etwa 1000 Einwohner hat die Eppaner Fraktion Frangart. Man kennt sich. Die Dorfgemeinschaft hat hier noch einen großen Stellenwert. Ebenso das Vereinswesen. Es gibt u. a. eine Musikkapelle, eine Feuerwehr, einen Pfarrchor, einen Fußballverein – und es gibt die Jungschar. Schon als Zweitklässler war es für Philipp Donat ganz selbstverständlich, die Jungschargruppenstunden zu besuchen. Mit Freunden Abenteuer zu erleben und den Glauben gemeinsam zu leben, hat ihm immer viel bedeutet. <BR /><BR /><b>„Jungschar hat mir Halt gegeben“</b><BR /><BR />Als Philipp 10 Jahre alt war, verstarb sein Vater. „Die Jungschar hat mir gerade in dieser Zeit Halt gegeben“, erinnert er sich. „Sie war wie eine kleine Familie.“ Und irgendwie ist sie das bis heute für ihn geblieben. Jungscharleiter zu werden, später die Ortsgruppe zu führen, in der Diözesanleitung mitzuarbeiten – das waren für den Jugendlichen und jungen Erwachsenen fast logische Schritte. Nach 2 Jahren als 2. Vorsitzender hat Philipp Donat 2021 die Führung der 330 Jungschar- und Ministrantengruppen – auch die Messdiener gehören zum Verein – übernommen. Er ist froh, die vielen Aufgaben und Entscheidungen mit der 2. und der 3. Vorsitzenden, Magdalena Ferdigg und Elsa Platzgummer, teilen zu können.<BR /><BR /><b>„Bin Vereinsmensch“</b><BR /><BR />Dennoch: In Vollzeit im Betrieb seiner Familie und in der Landwirtschaft arbeiten und quasi nebenbei einen Verein mit 9000 Kindern und 2000 Ehrenamtlichen führen – das alles unter einen Hut zu bringen, bedarf einer guten Portion innerer Motivation. Die hat Philipp Donat zur Genüge. „Ich bin ein Vereinsmensch“, sagt er. In der Gemeinschaft von Gleichgesinnten habe er sich immer schon wohlgefühlt. Früher hat er Fußball gespielt, und bis heute ist er aktiver Freiwilliger bei der Feuerwehr. Er kegelt beim Verein AKC Matschatsch/Eppan und ist zudem Vorsitzender des Jugenddienstes Überetsch. <BR /><BR /><BR />„Der Tag hat leider nur 24 Stunden, und einige davon brauche ich zum Schlafen und für meine Freundin“, erklärt er schmunzelnd. Deshalb hat er für sich eine Art „Ranking“ erstellt, eine Prioritätenliste, bei der die Jungschar ganz oben angesiedelt ist, während das Kicken mit der Mannschaft aktuell außen vor bleiben muss. Den Vorsitz im Jugenddienst wird er nächstes Jahr zeitbedingt abgeben, „und auch beim Kegeln muss ich leider manchmal absagen“. Die Freiwillige Feuerwehr hingegen möchte Philipp nicht vernachlässigen. „Es gibt mir viel Motivation, wenn ich helfen kann“, erklärt er. Außerdem spiele die Kameradschaft in diesem Verein eine sehr wichtige Rolle. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="751577_image" /></div> <BR /><BR /><b>„Kindsein ohne Leistungsdruck“</b><BR /><BR />Philipp Donat wirkt sehr besonnen. Er scheint keiner zu sein, der die große Bühne sucht. Seine Führungsqualitäten liegen wohl eher in der Ruhe und Gelassenheit, die er ausstrahlt, und gleichzeitig in seiner Begeisterung, etwas voranzubringen. „Kindern einen Ort zu bieten, wo sie ohne Leistungsdruck ihr Kindsein ausleben können“ – dafür wendet der junge Frangartner einen Großteil seiner Freizeit auf. Als gesetzlich Verantwortlicher eines landesweiten Vereines hat er zwar keine Gruppenstunden, dafür aber zahlreiche Sitzungen, Treffen und Veranstaltungen zu absolvieren. Im Schnitt ist er 2-mal in der Woche im Jungscharbüro in Bozen, manchmal auch viel öfter, und gar einige Wochenenden sind Fortbildungen und Veranstaltungen gewidmet. Die landesweiten Aktionen geben ihm zwischendurch dennoch Gelegenheit, den direkten Kontakt zu den Kindern zu pflegen.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="751580_image" /></div> <BR /><BR />Es gibt noch ein Highlight, das alle Vorsitzenden der Jungschar miterleben dürfen. Das ist der Besuch jener Orte bzw. Projekte, für die das Spendengeld der jährlichen Aktion Sternsingen verwendet wird. Philipp Donat war 2021 in Rumänien, in der Stadt Sighet (Sighetu Marmatiei) nahe der ukrainischen Grenze, wo sich 2 weibliche katholische Ordensgemeinschaften um Kinder kümmern, deren Eltern untertags arbeiten. Über die Tagesstätten, die 2022 mit den Spenden unterstützt werden, wurde ein Film gedreht und dieser als so genanntes Vorstellprojekt zum Auftakt der Aktion Sternsingen auf Rai Südtirol gezeigt. <BR /><BR />Die Reise hat Philipp viele Gedanken mit auf den Lebensweg gegeben. „Erschütternd ist die große Schere zwischen Arm und Reich in diesem Gebiet“, erzählt er. „Beeindruckt hat mich hingegen die Tatsache, mit welch einfachen Dingen und Aufmerksamkeiten man Kindern dort eine Riesenfreude bereiten kann.“ <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="751583_image" /></div> <BR /><BR /><b>„In den Wiesen die Natur genießen“</b><BR /><BR />Zurück in Südtirol, war der Alltag mit all seinem Luxus, aber auch den vielen Schwierigkeiten schnell wieder präsent. Im Ehrenamt ist es vor allem die Bürokratie, die den Jungscharvorsitzenden manchmal den Kopf schütteln lässt. „Ich weiß nicht, wie viele 100 Unterschriften ich in den vergangenen Monaten unter irgendwelche Dokumente setzen musste“, sagt er. Zum Glück könne der Verein wegen seiner Größe auf einige hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zählen, die ihm als Vorsitzendem durch den Dschungel an Vorschriften helfen. Zu viel, zu anstrengend oder zu lästig wird es Philipp Donat in seinem Ehrenamt allerdings sehr selten. Und wenn es einmal wirklich so sein sollte, dann geht er dorthin, wo er Kraft tanken und sich erholen kann: hinaus in seine „Obstwiesen, wo immer etwas zu tun ist, wo ich die Natur genießen kann und vor allem den Kopf frei bekomme.“<BR />