Samstag, 05. März 2016

Philippinen beschlagnahmten nordkoreanisches Schiff

Wenige Tage nach der Verhängung neuer UNO-Sanktionen gegen Nordkorea haben die philippinischen Behörden nach eigenen Angaben ein unter der Flagge des stalinistisch geführten Landes fahrendes Schiff beschlagnahmt.

Symbolbild.
Symbolbild. - Foto: © APA/AP

Der fast 7.000 Tonnen schwere Frachter „Jin Teng“ dürfe den Hafen von Subic nordöstlich der Hauptstadt Manila nicht verlassen, teilte die philippinische Präsidentschaft am Samstag mit.

Besatzung soll abgeschoben werden

Die Besatzung solle nach Nordkorea abgeschoben werden. Der UNO-Sicherheitsrat hatte am Mittwoch als Reaktion auf weitere, völkerrechtswidrige Tests mit Atomwaffen und ballistischen Raketen die bisher schärfsten Sanktionen gegen Nordkorea verhängt.

Erstmals sind nun alle UNO-Mitglieder verpflichtet, sämtliche für Nordkorea bestimmten oder aus dem Land kommenden Waren zu überprüfen. Alle Schiffe mit womöglich illegalen Lieferungen müssen in die Häfen beordert werden. Überdies wurden die Exportbeschränkungen für Nordkorea drastisch verschärft.

Philippinen wenden Sanktionen als erste an - zunächste keine Reaktion aus Nordkorea

Die Philippinen wandten die verschärften Sanktionen nun als erstes Land an. Nach Behördenangaben sollen UNO-Experten den Frachter durchsuchen. Weitere nordkoreanische Schiffe befinden sich demnach nicht in den Häfen des Landes.

Aus Nordkorea lag zunächst keine Reaktion zu dem Vorgang vor. Pjöngjang hatte am 6. Jänner seinen vierten Atomwaffentest und einen Monat später den Start einer ballistischen Rakete bekannt gegeben. Beides verstieß gegen mehrere UNO-Resolutionen.

apa/afp

stol