Mittwoch, 04. September 2019

Pilzesammeln ohne Strafen

In Südtirols Wäldern herrschen derzeit geradezu ideale Bedingungen für Pilze. Besonders August und September gelten als Pilze-Hochsaison. Entsprechend sind viele Einheimische und Urlauber unterwegs auf Pilzsuche. Das Sammeln von Pilzen ist aber nur unter Einhaltung bestimmter Regeln erlaubt. Der Direktor des Amtes für Forstverwaltung in Bozen, Florian Blaas, erklärt die Gesetzeslage.

Bestimmungen des Pilzesammelgesetzes werden leider besonders in der Hochsaison immer wieder missachtet.
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Bestimmungen des Pilzesammelgesetzes werden leider besonders in der Hochsaison immer wieder missachtet. - Foto: © shutterstock

Einschränkungen beim Pilzesammeln gibt es nicht ohne Grund. Im August wurden immer wieder Übertretungen der geltenden Pilzesammelbestimmungen, besonders in Nordtirol, publik. Regelungen der Region, Provinz oder Gemeinde, die für den Sammelaufenthalt gelten, werden von passionierten Sammlern leider oft aus Liebe zur Leidenschaft missachtet, was hohe Strafen zur Folge haben kann.

„Das Gesetz Nr. 18 aus dem Jahr 1991 regelt das Sammeln von Pilzen. Die Zielsetzung besteht darin, dass einerseits der Beitrag der Pilze für das Waldökosystem und Ökosystem im Allgemeinen erhalten bleiben soll, dass aber auch die Rechte der Grundeigentümer des Gebiets gewahrt werden und das wichtigste, dass im Zuge der Sammeltätigkeit anfallende Nebenerscheinungen, wie zum Beispiel Lärm, Umweltverschmutzung oder Zertrampeln von irgendwelchen anderen Pflanzen in der Umgebung möglichst klein gehalten werden“, so Florian Blaas, Direktor des Amtes für Forstverwaltung in Bozen. 

Konsequenzen bei Gesetzesverstoß

Forstbeamte kontrollieren die Einhaltung des Pilzesammelgesetzes vor Ort. Dabei werden bei Nichteinhaltung sofort Verwaltungsstrafen ausgestellt, die normalerweise um die 100 Euro betragen: „Gestraft wird in der Regel mit circa 91 Euro, dies kann aber auch sehr schnell sehr viel mehr werden“, erklärt Blaas.

Als weitere Konsequenz wird jene gesammelte Pilzmenge, die die Norm übertritt, dem Sammler abgenommen und von der zuständigen Behörde beschlagnahmt. Die Pilze, die ja schlecht wieder eingepflanzt werden können, werden dann an öffentliche Strukturen, wie Altersheime oder Kindergärten übergeben, nachdem sie auf ihre Essbarkeit und ihren Zustand kontrolliert wurden. „Es wäre ja schade, diese wunderbare Ressource einfach zu vergeuden“, so der Direktor des Amtes für Forstverwaltung.

Im vergangenen August wurden in 3 Fällen im Nordtirol Italiener mit riesigen Pilzmengen im Gepäck erwischt. Darunter vor kurzem 3 Italiener mit unglaublichen 186 Kilo Speisepilzen, wobei eigentlich nur 2 Kilogramm pro Person laut Pilzschutzverordnung in Tirol erlaubt wären (STOL hat berichtet).

Pilzesammeln - aber wie?

Hier die PDF zum Download.

stol

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