Mittwoch, 03. Mai 2017

Plagiatsvorwurf: LePen hat Rede von Fillon geklaut

Kurz vor der zweiten Runde der Präsidentschaftswahl in Frankreich hat die Rechtspopulistin Marine Le Pen eingeräumt, weite Teile einer Rede des ausgeschiedenen konservativen Kandidaten Francois Fillon übernommen zu haben.

Marine Le Pen hat zugegeben, Teile der Rede ihres Gegners Francois Fillon übernommen zu haben.
Marine Le Pen hat zugegeben, Teile der Rede ihres Gegners Francois Fillon übernommen zu haben. - Foto: © APA/AFP

Sie übernehme dafür „vollkommen die Verantwortung“, sagte Le Pen am Dienstagabend im Fernsehsender TF1.

„Kein Diebstahl, sondern kleine Anleihe“

Wie bereits zuvor der Generalsekretär von Le Pens Partei Front National, Nicolas Bay, betonte später auch Le Pen selbst, sie habe „mit einem Augenzwinkern“ auf Fillons Äußerungen angespielt.

„Es ist wahr, wir haben mit den Wählern von Francois Fillon teilweise die gleiche Vision von Frankreich, von seiner Größe, von der Rolle, die das Land in der Welt spielen soll“, sagte Le Pen. Mitarbeiter Le Pens sagten zu Plagiatsvorwürfen, es handle sich nicht um den Diebstahl geistigen Eigentums, sondern um „eine kleine Anleihe“.

Nahezu wortgleiche Passagen

In der Rede, die Le Pen am Maifeiertag bei einem Wahlkampfauftritt nördlich von Paris hielt, finden sich mindestens vier nahezu wortgleiche Passagen aus einer Ansprache Fillons vom 15. April. Darin ging es um Frankreichs große Bedeutung hinsichtlich seiner Geografie und seiner Sprache.

Allerdings passte Le Pen die Rede für ihre Zwecke an: Während Fillon von einem möglichen Sonderweg Frankreichs in Abgrenzung zu Nationalsozialismus und Stalinismus gesprochen hatte, bezeichnete Le Pen diesen als Alternative zur Globalisierung und zur „islamistischen Ideologie“.

apa/afp

stol