<b>Von Doris Ebner</b><BR /><BR />Irgendetwas stimmt hier nicht! Wenn alles aus dem Ruder zu laufen scheint, nichts so funktioniert, wie wir es eigentlich geplant haben, und wir uns so fühlen, als hätte eine unbekannte Kraft von außen die Kontrolle über unser Leben und unsere Emotionen übernommen, sind Zweifel die logische Folge. „Vielleicht mache ich hier gerade gehörig was falsch“ oder „Möglicherweise bin ich dafür gar nicht gemacht“ sind Gedanken, die sich in solchen Momenten gerne verselbstständigen. Doch was, wenn gar nicht wir das Problem sind, sondern die Tatsache, dass irgendwo eine Grenze überschritten wurde? Eine, von der wir vielleicht selbst gar nicht wussten, dass sie existiert. <BR /><BR />Grenzen – das Thema, mit dem wir uns im September etwas eingehender beschäftigen werden – sind nämlich keineswegs nur die großen roten Linien, die uns schon von Weitem warnend entgegenleuchten. Viel häufiger zeigen sie sich in Signalen, die vor allem in der Hektik des Alltags lange Zeit unbemerkt bleiben können: ein ebenso diffuses wie ungutes Gefühl, ein innerer Widerstand, der sich nur schwer erklären lässt, oder der leise Wunsch, sich so schnell wie möglich aus einer bestimmten Situation zu befreien. Weiter machen wir aber trotzdem. Schließlich haben wir gelernt, viele Dinge erst dann ernst zu nehmen, wenn sie unübersehbar geworden sind. <h3> Aus „gelegentlich“ wird „immer“</h3>Solange es uns gelingt, zu funktionieren, hinterfragen wir nur selten. Wir erledigen noch schnell diese eine Aufgabe, springen für jemanden ein, verschieben die eigene Pause und sagen zu, obwohl wir eigentlich längst wissen, dass wir keine Kapazitäten mehr haben. Ohne es zu wollen, setzen wir uns dabei einer schleichenden Gefahr aus. <BR /><BR />Denn aus der Ausnahme wird Alltag, aus dem Entgegenkommen eine Erwartung und aus dem gelegentlichen Übergehen der eigenen Bedürfnisse irgendwann ein Muster. Wir merken kaum noch, dass wir unsere Energiereserven immer weiter aufbrauchen, weil wir uns an den Zustand gewöhnt haben. Und genau deshalb kommt der große Knall überraschend. Gefühlt aus dem Nichts. Und doch seit Langem vorprogrammiert.<BR /><BR />Zu handeln gilt es deshalb nicht erst, wenn es kracht und vielleicht sogar ein Schaden im Außen entsteht, sondern schon viel früher. Sobald Signale von Körper und Nervensystem sich häufen und nach Aufmerksamkeit rufen, tun wir gut daran, hinzuhören – um Grenzen zu erkennen, rote Linien zu kommunizieren und frühzeitig Lösungen zu entwickeln. In manchen Fällen ist dies alles andere als einfach. Lohnenswert ist es jedoch allemal. <h3> Zur Person</h3><div class="img-embed"><embed id="1172901_image" /></div> <BR />Doris Ebner ist diplomierte Neuromentaltrainerin. Im Rahmen ihrer Ausbildung hat sie ihre Faszination für die Gehirnforschung und die Kraft der Gedanken entdeckt und erfahren, welche Möglichkeiten darin verborgen liegen. Ihre besondere Begeisterung gilt dem Bereich der Persönlichkeitsentwicklung, weshalb sie mit Leidenschaft ihr Wissen an andere Menschen weitergibt und sie auf dem Weg in ein selbstbestimmtes Leben unterstützt. Zudem hat Doris Ebner Germanistik und Musik studiert und arbeitet als Redakteurin.