Samstag, 26. August 2017

Polemik in Rom nach Zwangsdelogierung von Migranten

Nach den heftigen Zusammenstößen zwischen Polizei und delogierten Migranten in Rom, hat die Gemeinde eine Unterkunft für 40 Personen gefunden.

Nach den heftigen Zusammenstößen zwischen Polizei und delogierten Migranten in Rom am Donnerstag, hat die Stadt nun am Samstag 40 Plätze bereitgestellt.
Nach den heftigen Zusammenstößen zwischen Polizei und delogierten Migranten in Rom am Donnerstag, hat die Stadt nun am Samstag 40 Plätze bereitgestellt. - Foto: © LaPresse

Sechs Wohnungseinheiten wurden für Frauen mit Kindern, Behinderte und Senioren zur Verfügung gestellt. Vor einer Woche waren circa 800 Migranten von einem Wohngebäude in Rom zwangsdelogiert worden waren.

Daraufhin hatten sie fünf Nächte auf einem zentralen Platz unweit des Hauptbahnhofes Termini verbracht. Am Donnerstag hatte die Polizei die Migranten mit Wasserstrahlen vom Platz vertrieben. Dabei war es zu Krawallen mit 13 Verletzten gekommen. Vier Personen wurden festgenommen. (STOL hat berichtet)

Die Polizei reagierte auf die Kritik humanitärer Organisationen, mit Gewalt gegen die Migranten vorgegangen zu sein. Polizeichef Franco Gabrielli versprach Strafen für die gewalttätigen Polizisten, unterstrich jedoch, dass die Sicherheitskräfte ihre Pflicht getan hätten. Er meinte, dass die Gemeinde Situationen wie jene verhindern müsse, die tausende Migranten zur Übernachtung auf einem öffentlichen Platz getrieben habe.

Auch Raggi unter Kritik

Roms Bürgermeisterin Virginia Raggi wurde Ineffizienz im Umgang mit den Flüchtlingen vorgeworfen. Rückendeckung erhielt sie vom Spitzenpolitiker ihrer Partei, der populistischen Fünf Sterne-Bewegung, Luigi Di Maio. „Raggi muss sich um die Migrantenfrage kümmern, doch in erster Linie um die Römer. Ein von Migranten illegal besetztes Gebäude muss geräumt werden“, so Di Maio.

Die Diözese Rom warf der Stadtverwaltung verspätetes und falsches Handeln vor. Man könne nicht ein vier Jahre altes Wohnungsproblem in wenigen Tagen und bloß mit Gewalt lösen, sagte der für Migrationsfragen zuständige Weihbischof Paolo Lojudice.

apa

stol