Sonntag, 18. Februar 2018

Polen relativiert Holocaust-Äußerung

Nach israelischer Kritik hat Polen umstrittene Äußerungen des Regierungschefs Mateusz Morawiecki zum Holocaust relativiert. Auf der Homepage der polnischen Regierung erschien am Sonntag eine Erläuterung. Morawiecki habe „keinesfalls beabsichtigt, jüdischen Holocaust-Opfern eine Verantwortung für den von deutschen Nazis begangenen Völkermord vorzuwerfen”, heißt es darin.

Premier Morawiecki hatte mit seiner Aussage für Kritik gesorgt Foto: APA (AFP)
Premier Morawiecki hatte mit seiner Aussage für Kritik gesorgt Foto: APA (AFP)

Im Gegenteil habe Morawiecki die Leugnung des Holocausts ebenso wie jede Form von Antisemitismus entschieden abgelehnt. Polen wolle mit Israel weiterhin im vertrauensvollen Dialog bleiben, wird betont.

Die am Sonntag veröffentlichte Stellungnahme geht aber nicht direkt auf jene Formulierung des polnischen Regierungschefs ein, die Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu am meisten empört hatte. Morawiecki hatte auf der Münchener Sicherheitskonferenz auf eine Journalistenfrage zum umstrittenen polnischen Holocaust-Gesetz auch von „jüdischen Tätern” gesprochen.

Wörtlich hatte er gesagt: „Natürlich wird es nicht strafbar und kriminell sein, wenn man sagt, dass es polnische Täter gab, so wie es jüdische Täter gab, so wie es russische Täter gab, so wie es Ukrainer gab, nicht nur deutsche Täter.” Netanyahu hatte dies als „empörend” zurückgewiesen.

apa/dpa/ag.

stol