Sonntag, 31. Dezember 2017

Polizei im Kongo mit Tränengas gegen Gottesdienstbesucher

Die kongolesische Polizei hat Gottesdienstbesucher mit Tränengas auseinander getrieben und Schüsse in die Luft abgegeben, nachdem die katholische Kirche des Landes zu friedlichen Protesten gegen Präsident Joseph Kabila aufgerufen hatte.

Präsident Kabila will nicht zurücktreten Foto: APA (AFP)
Präsident Kabila will nicht zurücktreten Foto: APA (AFP)

Ein Gottesdienstbesucher der Kirche in der Hauptstadt Kinshasa sagte der Nachrichtenagentur AFP, Polizisten und Soldaten seien am Sonntag in der Früh während der Messe in die Kirche eingedrungen und hätten Tränengas verschossen. Die katholische Kirche hatte für Sonntag zu einem Marsch durch Kinshasa aufgerufen, um an den Jahrestag der Unterzeichnung eines Abkommens zu erinnern, das für 2017 die Wahl eines Nachfolgers für Kabila vorsah. Die gesamte Opposition schloss sich dem Aufruf an, die Behörden haben den Protestmarsch verboten.

Auch in einer Kathedrale im Stadtteil Lingwala setzte die Polizei am Sonntag in der Früh Tränengas ein, als Oppositionsführer Felix Tshisekedi dort eintraf, wie Reporter berichteten. Bereits in der Nacht war vor den Kirchen der Stadt Polizei und Armee aufmarschiert, Straßensperren wurden eingerichtet. Das Internet wurde „aus Gründen der staatlichen Sicherheit” abgeschaltet.

Kabila weigert sich, die Macht abzugeben, obwohl seine Amtszeit offiziell bereits vor einem Jahr endete. Ursprünglich sollten 2017 Wahlen für seine Nachfolge stattfinden, doch diese wurden immer wieder verschoben. Plänen zufolge soll die Präsidentschaftswahl nun im Dezember 2018 stattfinden. Kritiker fordern, dass Kabila nicht erneut antritt.

apa/ag,

stol