Freitag, 27. Juli 2018

Polizei schließt vorübergehend Zugang zur Al-Aksa-Moschee

Die israelische Polizei hat am Freitag für mehrere Stunden die Zugänge zur Al-Aksa-Moschee in Jerusalem geschlossen. Die Schließung folgte auf gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Gläubigen und der Polizei. Nach rund vier Stunden wurde sie wieder aufgehoben, und die Gläubigen durften wieder zu der Moschee auf dem Tempelberg,.

Die Polizei schloss das Gelände ab Foto: APA (AFP)
Die Polizei schloss das Gelände ab Foto: APA (AFP)

Der Tempelberg (arabisch: Al-Haram al-Sharif/Edles Heiligtum), auf dem die Al-Aksa-Moschee und der Felsendom stehen, ist das drittwichtigste Heiligtum für Muslime.

Die israelische Polizei erklärte, Angreifer hätten ihre Beamten nach dem Mittagsgebet mit Feuerwerkskörpern beworfen. Daraufhin hätten Polizisten das Gelände evakuiert, die Demonstranten auseinandergetrieben und einige Verdächtige festgenommen.

Die für die Al-Aksa-Moschee zuständige muslimische Instanz (WAQF) bestätigte die Schließung des Zugangs, die israelische Polizei hingegen nicht. Auf Videobildern, die von der WAQF verbreitet wurden, ist zu sehen, wie die Polizei Tränengas einsetzte, um Palästinenser auseinander zu treiben.

Rund um den Tempelberg, der auch für die Juden heilig ist, kommt es regelmäßig zu Zusammenstößen zwischen Palästinensern und israelischen Sicherheitskräften. Aktuell dürfen nur Muslime dort beten - in der Al-Aksa-Moschee. Juden dürfen den Tempelberg zwar besuchen, gehen zum Gebet allerdings an die Klagemauer.

Im vergangenen Jahr war es zu gewalttätigen Zusammenstößen gekommen, nachdem Israel die Zugänge zu den muslimischen Gebetsstätten auf dem Tempelberg mit Metalldetektoren und neuen Überwachungskameras versah. Nach heftigen Protesten der Palästinenser und scharfer Kritik muslimischer Staaten wurden die Maßnahmen zurückgenommen. Auch Besuche von israelischen Politikern auf dem Tempelberg hatten in der Vergangenheit wiederholt gewalttätige Proteste ausgelöst.

Dutzende junge Palästinenser demonstrierten gewaltsam

Bei neuen Protesten an der Grenze zu Israel ist am Freitag im Gazastreifen ein Palästinenser getötet worden. Dutzende weitere wurden verletzt. Das Gesundheitsministerium in Gaza teilte mit, ein 43-Jähriger sei in der Nähe von Khan Yunis im Süden des Küstenstreifens durch Schüsse tödlich am Kopf verletzt worden. Eine israelische Armeesprecherin sagte, man prüfe die Berichte.

Dutzende junger Palästinenser hatten nach palästinensischen Berichten an fünf verschiedenen Punkten entlang der Grenze zu Israel demonstriert. Sie hätten Reifen verbrannt sowie zahlreiche Branddrachen und -ballons in das israelische Gebiet fliegen lassen. Es seien mehrere Brände verursacht worden. Die militanten Palästinenserfraktionen im Gazastreifen hatten am Donnerstag nach einer Beratung bekräftigt, sie seien einer Waffenruhe verpflichtet.

Seit Ende März etwa 150 Palästinenser getötet

In der vergangenen Woche war es mehrmals zu Eskalationen gekommen, die die Sorge vor einem neuen Gaza-Krieg nährten. Militante Palästinenser feuerten Granaten in das israelische Grenzgebiet und schossen auf Soldaten. Dabei wurde vor einer Woche ein israelischer Soldat getötet. Bei israelischen Angriffen im Gazastreifen wurden seitdem sieben Palästinenser getötet, die meisten davon Mitglieder der im Gazastreifen herrschenden Hamas.

Seit Ende März wurden bei Protesten und Konfrontationen nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza mehr als 150 Palästinenser von israelischen Soldaten getötet. Die Palästinenser fordern ein Ende der Gaza-Blockade und ein Rückkehrrecht in das israelische Staatsgebiet.

apa/dpa/ag.

stol