Dienstag, 16. Juni 2015

Polizei vertreibt Migranten von Ventimiglias Felsen

Nach der Zurückweisung Hunderter Flüchtlinge an der französisch-italienischen Grenze bleibt die Lage in der ligurischen Grenzstadt Ventimiglia gespannt.

Notfalls mit Gewalt stecken die italienischen Polizisten die Migranten in ein Fahrzeug des Roten Kreuzes, das sie von den Felsen zum Bahnhof von Ventimiglia bringen soll.
Notfalls mit Gewalt stecken die italienischen Polizisten die Migranten in ein Fahrzeug des Roten Kreuzes, das sie von den Felsen zum Bahnhof von Ventimiglia bringen soll. - Foto: © APA/EPA

Die italienische Polizei hat am Dienstag Dutzende Migranten vertrieben, die seit Tagen auf den rauen Felsen an der Küste der italienischen Grenzstadt in der Hoffnung ausharrten, nach Frankreich weiterfahren zu können.

Die Flüchtlinge, die meist aus dem Sudan und aus Eritrea stammen, mussten in einen Bus des Roten Kreuzes einsteigen und wurden zum Bahnhof Ventimiglias gebracht, wie italienische Medien berichteten. Wer Widerstand leistete, wurde unter Zwang in den Bus gezerrt. Einige Migranten ergriffen vor den Sicherheitskräften die Flucht.

500 Flüchtlinge warten auf ein Weiterkommen

Auf dem Bahnhof Ventimiglias übernachteten über hundert Flüchtlinge. Die Bahngesellschaft Trenitalia stellte einige Räume im Bahnhof, wo Unterkünfte für Kinder und Frauen organisiert wurden.

Circa 500 Migranten warten in Ventimiglia auf Möglichkeiten, um nach Frankreich weiterzukommen. Sie wurden vom Roten Kreuz und anderen Organisationen versorgt. Französische Gendarmen sagten, sie hätten Anweisungen, die Migranten nicht über die Grenze zu lassen.

Normalerweise gibt es im Schengenraum keine Grenzkontrollen. Wegen des G-7-Gipfels im bayerischen Elmau wurden aber wieder vorübergehend Kontrollen eingeführt.

apa

stol