Mittwoch, 21. Februar 2018

Poroschenko sagt im Prozess gegen Vorgänger Janukowitsch aus

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hat im Hochverratsprozess gegen seinen Vorgänger Viktor Janukowitsch in Kiew ausgesagt. „Ich habe selbst Wehrdienstleistende der Streitkräfte der Russischen Föderation gesehen”, so Poroschenko Medienberichten zufolge am Mittwoch in Kiew. Russische Soldaten seien nach dem 20. Februar 2014 ohne Zustimmung der Ukraine auf die Halbinsel Krim verlegt worden.

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hat im Hochverratsprozess gegen seinen Vorgänger Viktor Janukowitsch in Kiew ausgesagt.
Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hat im Hochverratsprozess gegen seinen Vorgänger Viktor Janukowitsch in Kiew ausgesagt. - Foto: © LaPresse

”Das kann man als Aggression und gesetzwidrige Annexion bezeichnen”, sagte Poroschenko. Er sagte per Videoschaltung als Zeuge der Anklage aus. Diese wirft Janukowitsch vor, die russische Annexion der Halbinsel Krim legitimiert zu haben.

Hauptvorwurf gegen Janukowitsch ist ein 2014 im UN-Sicherheitsrat präsentiertes Schreiben von ihm an den russischen Präsidenten Wladimir Putin mit dem Gesuch um Entsendung von Truppen zur „Wiederherstellung der gesetzmäßigen Ordnung”. Diese Erklärung habe Moskau auch als Legitimation für den Truppeneinsatz und die spätere Einverleibung der Krim gedient, lautet der Vorwurf der Anklage.

Janukowitsch lebt seit seinem Sturz im Februar 2014 im Exil in Russland. Wegen der Annexion der Schwarzmeerhalbinsel und der russischen Unterstützung ostukrainischer Separatisten sieht sich Kiew im Krieg mit Moskau.

apa/dpa

stol