Sonntag, 13. September 2015

PR: BZ '18-'45: ein Denkmal, eine Stadt, zwei Diktaturen

Die im Juli 2014 eröffnete Dokumentations-Ausstellung im weitläufigen Untergeschoss des Bozner Siegesdenkmals befasst sich mit der Geschichte des umstrittenen Denkmals sowie mit der doppelten Diktaturerfahrung Bozens und Südtirols in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Als europäischer Lern- und Geschichtsort lädt die Dauerausstellung auch zum Nachdenken über die Gewaltgeschichte des 20. Jahrhunderts ein.

Foto: © STOL

Das Denkmal wurde vom faschistischen Regime in den Jahren 1926–1928 nach einem Entwurf von Marcello Piacentini errichtet. Am Bau waren auch zahlreiche italienische Künstler beteiligt. ?Italiens Diktator Benito Mussolini wollte das Denkmal zunächst Cesare Battisti widmen. Aufgrund des Widerstands von Battistis Witwe wurde es in ein Denkmal „für den italienischen Sieg“ umgewidmet.

Vor dem Hintergrund der Denkmalgeschichte nimmt die Ausstellung den Zeitabschnitt 1918–1945 in regionaler und überregionaler Hinsicht in den Blick und thematisiert insbesondere den italienischen Faschismus und die Zeit der nationalsozialistischen Besetzung.???

Besonderes Augenmerk wird überdies auf die tiefgreifenden städtebaulichen Umgestaltungen gelegt, die Bozen seit den späten 1920er-Jahren erfuhr.? Der Faschismus beabsichtigte, eine neue „italienische“ Stadt zu errichten, und förderte massiv die Ansiedlung großer nationaler Industrieunternehmen und den damit verbundenen Zuzug aus anderen italienischen Regionen. Der Ausstellungsparcours geht sodann auch der Frage nach, wie sich eine demokratische Gesellschaft zum schwierigen Erbe einer totalitären Zeit verhält.

Zur interaktiven Tour durch das Areal des Siegesdenkmals:

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Die Einrichtung einer dauerhaften Dokumentations-Ausstellung fußt auf einem Abkommen, das der italienische Staat, das Land Südtirol und die Stadt Bozen im Jahr 2012 geschlossen haben. Die Dokumentations-Ausstellung im Siegesdenkmal wurde von einer wissenschaftlichen Kommission erarbeitet, die vom Italienischen Staat, der Südtiroler Landesregierung und der Stadt Bozen eingesetzt wurde. Ihr gehörten Andrea Di Michele, Hannes Obermair, Christine Roilo, Ugo Soragni und Silvia Spada an.???

Die Kommission hat die Ausstellungsrichtlinien und den Themenkatalog erstellt, auf deren konzeptueller Basis sie die inhaltliche Gestaltung, die Texterstellung und die Bildauswahl vorangetrieben hat. Darauf basierte das Ausstellungskonzept der Gruppe Gut unter Mitarbeit von Jeffrey T. Schnapp.

Mit der Eröffnung der Ausstellung wurde das seit Jahrzehnten abgesperrte Denkmal wieder allgemein zugänglich gemacht.

Sommer-Öffnungszeiten  (01.04. – 30.09.)

Dienstag, Mittwoch, Freitag, Samstag u. Sonntag: 11–13 Uhr / 14–17 Uhr

Donnerstag: 15–21 Uhr

Führungen auf italienisch, deutsch, englisch und französisch - die Vormerkung muss spätestens 24 Stunden vor dem gewünschten Termin erfolgen (Montag–Freitag 9–12 Uhr / 14–17 Uhr) unter +39 339 8656100

FREIER EINTRITT

Weitere Informationen unter: www.siegesdenkmal.com

stol