Montag, 08. Januar 2018

Präsident der Lombardei Maroni verzichtet auf zweites Mandat

Wider Erwartungen verzichtet der lombardische Präsident Roberto Maroni auf ein zweites Mandat an der Führung der reichsten Region Italiens. Aus „persönlichen Gründen“ stehe Maroni für eine Mandatsverlängerung nicht zur Verfügung, verlautete aus Kreisen um den Spitzenpolitiker von Italiens ausländerfeindlichen Lega Nord.

Roberto Maroni verzichtet auf ein zweites Mandat.
Roberto Maroni verzichtet auf ein zweites Mandat. - Foto: © LaPresse

Die Lombardei wählt am 4. März sein neues Regionalparlament. Die Regionalwahl fällt mit den Parlamentswahlen zusammen. Laut der Mailänder Tageszeitung „Corriere della Sera“ verzichtet der 62-jährige Maroni auf die Kandidatur, weil er auf den Premierposten hofft, sollte die Mitte-rechts-Allianz um Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi die Parlamentswahlen gewinnen.

Maronis Lega Nord gehört dem Mitte-rechts-Bündnis an, das auf der Suche nach einem Spitzenkandidaten ist. Berlusconi kann wegen eines Ämterverbot um keinen Parlamentssitz werben. Auch Lega-Chef Salvini gilt wegen seiner „Hardliner“-Positionen in Sachen Einwanderung und Europa nicht als glaubwürdiger Kandidat.

Maroni, der als talentierter Vermittler gilt, hat bereits viel Regierungserfahrung. Zwischen 2001 und 2006 bekleidete er in der Regierung Berlusconi das Amt des Arbeitsministers. Von 2008 und 2011 war er als Innenminister im Einsatz. Im Februar 2013 wurde er mit 42,8 Prozent der Stimmen zum Präsident der Lombardei gewählt.

Berlusconi hätte am liebsten EU-Parlamentspräsidenten Antonio Tajani als Spitzenkandidaten eines Mitte-rechts-Blocks. Dieser erklärte jedoch wiederholt, dass er sein Mandat in Straßburg fortsetzen wolle. Laut Umfragen könnte die Mitte-rechts-Allianz rund 36 Prozent der Stimmen erobern.

apa

stol