Freitag, 11. März 2016

Präsident voller Frust: „Wir sind der EU egal“

Mazedonien fühlt sich von der EU in der Flüchtlingskrise im Stich gelassen. „Ich habe verstanden, dass wir Europa egal sind“, sagte Präsident Gjorge Ivanov der „Bild“ laut Vorab-Bericht von Freitag.

Gjorge Ivanov
Gjorge Ivanov - Foto: © LaPresse

Dabei bezahle sein Land in der Flüchtlingskrise jetzt „die Fehler der EU“. Als Nicht-EU-Land schütze Mazedonien Europa vor dem EU-Land Griechenland, das Flüchtlinge „einfach weitergeschickt“ habe.

Doch während die Regierung in Athen „jetzt schon wieder 700 Millionen Euro von der EU“ bekomme, gebe es für sein Land „keinen Cent“. Mazedonien sei aus Sicht der EU „nichts, kein EU-Land, kein Schengen, keine NATO. Niemand will uns.“

Während die Türkei am Verhandlungstisch mit der EU sitze, sei Mazedonien lediglich „Teil der Speisekarte“. „Wir waren schon immer Opfer der EU-Institutionen. 25 Jahre lang sind wir angelogen und manipuliert worden.“

Das Westbalkanland ist seit 2005 EU-Beitrittskandidat. Am Mittwoch hatte es seine Grenzen für Flüchtlinge vollständig geschlossen. Die Schließung der Balkanroute durch die Länder nördlich von Griechenland geschah auf maßgebliche Initiative Österreichs.

apa/reuters

stol