Mittwoch, 13. Mai 2015

Präsident von Burundi abgesetzt - oder doch nicht?

Nach wochenlangen Protesten gegen eine geplante dritte Amtszeit des burundischen Präsidenten Pierre Nkurunziza hat offenbar das Militär die Macht in dem ostafrikanischen Land übernommen. Die Regierung dementiert und spricht von einem "Witz".

Der burundische Präsident Pierre Nkurunziza wurde abgesetzt.
Der burundische Präsident Pierre Nkurunziza wurde abgesetzt. - Foto: © APA/EPA

Der General Godefroid Niyombare sagte in der Ansprache im Privatsender Insaganiro, er werde nun ein „Komitee zur Wiederherstellung der nationalen Eintracht“ einsetzen, das die Einheit des Landes wiederherstellen und den „Wahlprozess in einem friedlichen und fairen Umfeld“ wieder aufnehmen solle. Er selbst will dieses Komitee leiten. Wer dem Gremium noch angehören soll, sagte Niyombare nicht. Er rief die Bevölkerung zur Ruhe auf.

Die burundische Präsidentschaft erklärte den Putschversuch dagegen für „gescheitert“. „Die Situation ist unter Kontrolle, es gibt in Burundi keinen Putsch“, verkündete das Präsidentenamt im Kurzmitteilungsdienst Twitter.

Nkurunziza hatte das Land wenige Stunden vor Niyombares Ankündigung verlassen, um in Tansania an einem Krisengipfel der Ostafrikanischen Gemeinschaft (EAC) zu den Unruhen in seinem Land teilzunehmen. Niyombare war im Februar von seinem Posten als Geheimdienstchef entlassen worden, nachdem er dem Präsidenten von einer Bewerbung um eine von der Verfassung nicht vorgesehene dritte Amtszeit abgeraten hatte.

apa/afp

stol