Es herrscht geordnetes Chaos am Küchentisch in St. Josef am See in Kaltern, wo wir uns zum Interview treffen. Kein Wunder, bei 5 Frauen am Tisch. <BR /><BR />Noch bevor wir richtig sitzen, plaudern wir auch schon kreuz und quer drauf los, und ich habe meine gute Mühe, auch alles richtig aufzuschreiben. Die gleiche aufgeregte, kreative Stimmung herrschte wohl auch beim ersten Treffen der 4 Prantl-Frauen, als es darum ging zu entscheiden, was denn nun in diesem gemeinsamen Kochbuch stehen sollte.<BR /><BR />Doch der Reihe nach. Der Name Prantl ist in Südtirol bei Weitem kein unbekannter. Was „Tata“ Dietmar als Kabarettist begann, reifte gemeinsam mit Tochter Barbara (41) zum Duo „Prantl & Prantl: So segn holt mir's!“. Sie ist es, die man heute wohl am stärksten mit Kochen in Verbindung bringt: Mehr als 63.000 Instagram-Follower sehen der gebürtigen Kaltererin regelmäßig zu, wenn sie in ihrer Wohnung in St. Pauls einfache und leckere Gerichte zubereitet. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1079829_image" /></div> <BR />Nicht vor die Handy-, sondern vor die Fernsehkamera zog es Zwillingsschwester Ariane (41), die in der deutschen TV-Kochshow „Küchenschlacht“ und anderen Sendungen um den Sieg kochte. Von den Schwestern als erste den Kochlöffel geschwungen hat allerdings Nesthäkchen Katharina (38) – natürlich nach Mama Irene.<h3> Von der Küchenzeile an den TV-Herd</h3>Hier, in dieser Küche in St. Josef am See, nahm alles seinen Anfang. Hier bereitete Irene für ihre Familie Mahlzeit um Mahlzeit zu, immer öfter genaustens beobachtet von der 10-jährigen Katharina. Diese fand bald Gefallen daran, das Abendessen für ihre Schwestern zuzubereiten, wenn sie vom Handballtraining nach Hause kamen. <BR /><BR />Da gab es dann Omeletten, Kuchen oder auch Spinatlasagne. Später kochte die Jüngste abends auch für Freunde – und zeigte sich schon damals sehr kreativ und experimentierfreudig. „Da war es mir dann oft recht, wenn sie woanders gekocht hat“, flüstert mir Mutter Irene verschmitzt zu.<BR /><BR />Die Zwillinge Ariane und Barbara bezeichnen sich hingegen als Spätzünder am Herd: „Klar, wir hatten die Grundkenntnisse. Aber so richtig zum Kochen kamen wir erst nach dem Auszug von zu Hause, so mit 24“, sagen sie nach kurzem Rechnen. Seither ist viel passiert. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1079832_image" /></div> <BR />2010 kochte Ariane zum ersten Mal im TV-Studio der „Küchenschlacht“ in Hamburg, einige Jahre später dann gemeinsam mit Barbara bei den „Topfgeldjägern“ – und dann ging es Schlag auf Schlag: „Plötzlich wurden wir aktiv von den Sendern eingeladen, unter anderem zu viert zum Familien-Kochduell“, freut sich Ariane. <h3> Ein verlockendes Angebot</h3>Mit dem Kochbuch verhielt es sich ähnlich: „Ich wurde vom Verlag gefragt, ob ich ein Kochbuch schreiben möchte – allein oder auch mit der Familie. Da habe ich keine Sekunde gezögert“, erzählt Barbara.<BR /><BR /> Ariane und Katharina waren sofort Feuer und Flamme, nur Mama Irene brauchte etwas Überredung. „Aber mittlerweile freut sie sich sehr“, betont Barbara und wirft ihrer Mutter über den Tisch hinweg ein Lächeln zu. „Das liegt daran, dass Mama und ich eher die Schüchternen in der Familie sind“, erklärt Katharina, Ariane ergänzt: „Dafür ist Katharina auf jeden Fall die Organisierte.“ <BR /><BR />Womit wir wieder beim ersten Treffen zur Ideensammlung vor etwa einem Jahr angelangt sind. „Die Gerichte sind förmlich aus uns rausgesprudelt. Es war Katharina, die Zettel, Stift und Schere in die Hand genommen und Ordnung in unser kreatives Chaos gebracht hat“, so Ariane.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1079916_image" /></div> <BR />Schnell war klar, welche Gerichte in welchem Kapitel ihren Platz finden sollten. Jede steuerte etwas bei, Mama Irene vor allem die traditionellen Gerichte, Ariane ihre Fischspezialitäten. Und auch sonst war die Aufgabenverteilung schnell geklärt. „Katharina hatte den Überblick, während Ariane und ich doch eher chaotisch sind. Da sind wir uns sehr ähnlich“, schmunzelt Barbara. <BR /><BR /><embed id="dtext86-66785787_quote" /><BR /><BR />Bei 4 Köpfen und 4 Meinungen kam es durchaus vor, dass man auch mal zusammenkrachte, aber lange hielt der Zwist nie an: „Wir verstehen uns wirklich sehr gut, jeder kommt mit jedem aus. Das hat einfach viel mit gegenseitigem Respekt zu tun – und dass wir immer versuchen, jeden gleichberechtigt zu behandeln“, beschreibt Mama Irene das Geheimnis der starken Prantl-Familienbande.<h3> „Zu jedem Gericht gibt's a Gschicht“</h3>In die enge Auswahl schafften es neben vielen persönlichen Lieblingsgerichten auch Speisen, die immer wieder für gesellschaftliche Abende mit Freunden zubereitet werden. <BR /><BR />Ein eigenes Kapitel bekamen auch die Kindheitserinnerungen, darunter Katharinas Spinatlasagne, die sie schon als Kind gerne zubereitete, Mama Irenes Kapuzinerzehen – mit denen Ariane ihrem heutigen Ehemann beim ersten Date den Kopf verdrehte – und Tata Dietmars „Namenstagskuchen“, den er seinen 3 Mädchen bis heute zum Namenstag bäckt. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1079838_image" /></div> <BR />„Jedes Gericht in unserem Buch wird immer wieder von uns zubereitet, genau so kochen wir. Und: Zu jedem Gericht gibt's a Gschicht“, lacht Barbara. Auch das Kapitel „Veggy-Tag“ entstand nicht aus Zeitgeist, sondern durch Zufall: „Wir kochen gerne bewusst mit, aber auch bewusst ohne Fleisch, und hatten deshalb auch viele vegetarische und glutenfreie Rezepte zur Hand“, erklärt Katharina. <BR /><BR />Fertigprodukte werden so weit als möglich vermieden, frische, gesunde Lebensmittel stehen im Mittelpunkt.<h3> Ein Kochbuch für die nächste Generation</h3>Sobald die Rezeptliste feststand, ging es ans Kochen, Anrichten und Dekorieren – begleitet von der Linse des Kalterer Fotografen Manfred Pernthaler. „Da wurde nichts gehübscht oder mit Haarspray aufgemotzt. So, wie die Gerichte aus Topf oder Ofen kamen, wurden sie fotografiert. Und wir sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis“, betonen die Frauen unisono. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1079919_image" /></div> <BR />Mit Stolz und Spaß bei den Fotoshootings mit dabei waren auch die Männer und Kinder der Schwestern. „Vor allem die Kleinen haben eine große Freude mit dem Buch, das sofort mit in die Schule genommen wurde.“ <BR /><BR />Seit wenigen Wochen ist das Buch im Handel – und muss bereits nachgedruckt werden. „Wir haben schon viel positives Feedback bekommen, was uns natürlich sehr freut, und hoffen, dass das Buch auch weiterhin gut ankommt. Aber eigentlich war es für uns bereits das Schönste, dieses Buch gemeinsam als Familie zu schreiben. Ein Kochbuch, das wir unseren Kindern weitergeben können. Und darauf sind wir sehr stolz.“<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1079922_image" /></div> <h3> Buchvorstellungen mit Verkostungen</h3>Am Samstag, 12. Oktober, findet in der Athesia-Filiale in Eppan die erste Buchvorstellung statt. Alle Termine unter: <a href="https://www.athesiabuch.it/Prantls-Kueche" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">www.athesiabuch.it/Prantls-Kueche</a>