Sonntag, 21. Juni 2015

Pro-Ahmadinejad Partei im Iran nimmt Arbeit auf

Die dem früheren iranischen Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad (2005-2013) nahestehende „Jekta“-Partei hat ihre Arbeit aufgenommen. Das sagte der Generalsekretär der „Jekta“ (Einzigartig), Kamran Daneshju, am Sonntag der Nachrichtenagentur Tasnim.

"Jekta", eine dem früheren iranischen Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad nahestehende Partei, wird bald ihre Arbeit aufnehmen.
"Jekta", eine dem früheren iranischen Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad nahestehende Partei, wird bald ihre Arbeit aufnehmen. - Foto: © APA/AP

 Schon nach dem Fastenmonat Ramadan (18. Juli) werde die Partei auch Büros in den Provinzen eröffnen, fügte der ehemalige Wissenschaftsminister hinzu.

„Jekta“ behauptet, mit Ahmadinejad (58) nichts zu tun zu haben. Aber mehrere seiner ehemaligen Vizepräsidenten und Minister sind Parteimitglieder und nahmen auch an dem ersten Parteitag Mitte Juni teil. Beobachter vermuten, dass sich die Partei als dritte politische Kraft neben den Reformern und Konservativen im Iran etablieren will.

Parlamentswahlen 2016 als Ziel

Erstes Ziel sind die Parlamentswahlen im Februar 2016. Bei einem Wahlerfolg rechnen Beobachter damit, dass Ahmadinejad als Spitzenkandidat bei der Präsidentenwahl 2017 antritt. Dann käme es zu einem direkten Aufeinandertreffen mit Präsident Hassan Rohani, seinem politischen Gegenspieler.

Falls es Ende Juni zu einer Atomeinigung zwischen dem Iran und dem Westen käme, werden den Reformern gute Chancen auf einen Sieg bei den Parlamentswahlen vorhergesagt, weil eine Aufhebung der Wirtschaftssanktionen die Lebensumstände vieler Menschen erleichtern könnte. Die „Jekta“ Partei hätte dagegen wohl nur dann realistische Chancen, wenn die Atomverhandlungen erneut scheitern.

apa/dpa

stol