Samstag, 12. November 2016

Prodi: „Populismus ist Preis für Fehler der Globalisierung“

Der ehemalige EU-Kommissionspräsident Romano Prodi betrachtet die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten sowie den Aufschwung populistischer Gruppierungen als Preis für die „Fehler der Globalisierung“. Diese sei der Finanz überlassen worden, so Prodi im Interview mit der italienischen Tageszeitung „Quotidiano Nazionale“ am Samstag.

Romani Prodi glaubt den Grund für die steigende Zahl an populistischen Gruppen zu kennen und macht "Fehler bei der Globalisierung" dafür verantwortlich. - Archivbild
Romani Prodi glaubt den Grund für die steigende Zahl an populistischen Gruppen zu kennen und macht "Fehler bei der Globalisierung" dafür verantwortlich. - Archivbild - Foto: © LaPresse

„Im Umgang mit der Globalisierung hat es einer politischen Führung gefehlt“, betonte Prodi. Auch der Abbau des Wohlfahrtsstaates, die Reduzierung von Gehältern und Pensionen sei ein negativer Aspekt der Globalisierung, von dem Populisten profitieren würden.

"Sie profitieren von der Angst"

„Trump ist auf der Linie der Anti-System-Parteien, die auf die heutige Situation mit Protest reagieren. Sein Programm entspricht jenem von Marine Le Pen, Viktor Orban und der italienischen Populisten. Sie profitieren von der Angst derjenigen, die mehr als andere gefährdet sind, des Mittelstands, dessen Lebensbedingungen sich verschlechtert haben. Sie bieten jedoch keine konkreten Lösungen zur Bewältigung dieser Lage“, kommentierte Prodi.

apa

stol