Montag, 10. Oktober 2016

Promemoria_Auschwitz: Reise der Erinnerung

Seit 2011 ermöglicht das Land Südtirol gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft der Jugenddienste (AGJD) und Arci jährlich mehr als 150 Jugendlichen im Alter von 17 bis 25 Jahren eine Reise in die Erinnerung zu unternehmen. Im kommenden Jahr findet die Reise wieder auf euroregionaler Ebene statt: vom 2. bis 8. Februar 2017 machen sich die TeilnehmerInnen aus Südtirol zusammen mit Gleichaltrigen aus dem Trentino und Tirol auf den Weg.

Pressekonferenz
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Pressekonferenz

Die Initiative findet zwar im Jahr 2017 statt, die Vorbereitungen sind aber bereits jetzt in vollem Gange. Die Anmeldungen für die Teilnahme am „Zug der Erinnerung“, den der Verein Deina als Projektpartner auf nationaler Ebene organisiert, können schon jetzt online über die Websites von Deina (www.deina.it) sowie der auf lokaler Ebene eingebunden Organisationen durchgeführt werden. Bewerben können sich alle Interessierten im Alter von 17 bis 25 Jahren, die sich mit einem bedeutsamen Kapitel der Geschichte auseinandersetzen möchten, offen für die Erinnerung sind und dazu beitragen möchten, dass sich in der Südtiroler Gesellschaft ein Bewusstsein für den Horror der Nazi-Verbrechen bildet, damit diese Zeit auch 70 Jahre nach der Shoah nicht in Vergessenheit gerät. Erforderlich ist ein Motivationsschreiben, das eine Kommission mit Vertretern der Vereinigungen AGJD, Arci und Deina im November bewerten wird. Anmeldungen werden daher bis Ende Oktober entgegengenommen.

 

Der Massenmord an 6 Millionen Juden, Sinti und Roma, Homosexuellen und politischen Oppositionellen hat Europa in einen Abgrund gestürzt und auf unserem Kontinent eine tiefe Narbe hinterlassen. Daher ist er als wichtiges Thema aus der Bildung junger Menschen nicht wegzudenken. Diesem Aspekt widmet sich auch die Reise in die Erinnerung im Rahmen des Projekts „Promemoria_Auschwitz“, bei der die Jugendlichen an die Orte des Gräuels in den Konzentrationslagern von Auschwitz und Birkenau begleitet werden.

Insgesamt 164 TeilnehmerInnen aus Südtirol werden sich zusammen mit ihren KollegInnen aus dem Trentino und aus Tirol auf die zweisprachige Bildungsreise begeben. Auf dem Programm stehen zudem Treffen zur Vertiefung historischer Themen, Besuche des Durchgangslagers in Bozen, der Synagoge in Meran, des Dokumentationszentrums am Siegesplatz sowie zahlreiche gemeinsame Begegnungen, bei denen auch frühere TeilnehmerInnen der Reise in die Erinnerung anwesend sein werden, um die Inhalte in Workshops und Gesprächsgruppen aufzuarbeiten.

Die „Reise der Erinnerung“ ist als mehrsprachiges Projekt angelegt, das durch die Beschäftigung mit der gemeinsamen Geschichte des 20. Jahrhunderts das Zusammengehörigkeitsgefühl innerhalb des Landes, der Region und der Euregio fördern soll.

Die AGJD und Arci haben zusammen mit Arci Trentino und Juff Tirol eine starke lokale Partnerschaft aufgebaut, die den Jugendlichen mit der Reise nach Krakau und den anschließenden Treffen in Südtirol und im Trentino die Möglichkeit bietet, einzigartige Erfahrungen zu sammeln. Begleitet werden die Jugendlichen von Tutoren – dabei handelt es sich um frühere TeilnehmerInnen, die von den Organisatoren intensiv darauf vorbereitet werden.

Arbeitsgemeinschaft der Jugenddienste, Bozen

stol