Sonntag, 03. Januar 2016

Protest in Hongkong gegen Verschwinden von fünf Verlagsmitarbeitern

Demokratieaktivisten in Hongkong sind am Sonntag aus Protest gegen die mutmaßliche Entführung von fünf Mitarbeitern eines pekingkritischen Verlags auf die Straße gegangen.

In China wird gegen die mutmaßliche Entführung von vier Verlagsmitarbeitern demonstriert.
In China wird gegen die mutmaßliche Entführung von vier Verlagsmitarbeitern demonstriert. - Foto: © LaPresse

Der Abgeordnete Albert Ho von der Demokratischen Partei sagte während einer Pressekonferenz, er vermute, dass chinesische Sicherheitsleute die fünf Beschäftigten des Verlagshauses Mighty Current verschleppt hätten.

Die Verschleppung stehe mutmaßlich im Zusammenhang mit einem von dem Verlag geplanten Buch über eine ehemalige Geliebte des chinesischen Präsidenten Xi Jinping.

Der Verbleib der Verlagsangestellten ist unklar. Vier gelten bereits seit Oktober als vermisst. Der fünfte, Lee Bo, verschwand vergangene Woche in Shenzen. Drei Mitarbeiter Lees sollen ebenfalls verschwunden sein. Der fünfte Verlagsangestellte, ein Schwede, soll sich zuletzt in Thailand aufgehalten haben.

Freie Wahlen gefordert

Die Demokratiebewegung in Hongkong fordert freie Wahlen in der ehemaligen britischen Kronkolonie und jetzigen chinesischen Sonderverwaltungszone. Angesichts der jüngsten Vorfälle befürchtet die Bewegung eine Einschränkung der Rede- und Meinungsfreiheit.

Gemäß einer Wahlrechtsreform sollen die Hongkonger Bürger 2017 erstmals ihren Verwaltungschef wählen, doch behielt sich Peking das Recht vor, die Kandidaten auszuwählen.

apa/afp

stol