Samstag, 09. Dezember 2017

Proteste gegen Wahlergebnis in Honduras gehen weiter

Die Proteste im Zusammenhang mit der Präsidentschaftswahl in Honduras reißen nicht ab.

Tausende Menschen gingen auf die Straße. - Foto: APA (AFP)
Tausende Menschen gingen auf die Straße. - Foto: APA (AFP)

Knapp 2 Wochen nach der Abstimmung gingen am Freitag tausende Anhänger der Opposition in der Hauptstadt Tegucigalpa auf die Straße. Sie beklagten, dass die Wahl zugunsten des amtierenden Staatschefs Juan Orlando Hernandez manipuliert worden sei. 

Einige Demonstranten verbrannten Bilder des konservativen Politikers. Dessen Unterstützer hatten am Donnerstag für eine zweite Amtszeit des Präsidenten demonstriert.

In den ersten Stunden nach der Wahl am 26. November hatte Oppositionskandidat Salvador Nasralla einen deutlichen Vorsprung vor Hernandez, nach mehrtägigen Verzögerungen bei der Auszählung lag dann aber der Staatschef vorne. Nach Angaben des Obersten Wahlgerichts kam er auf 42,98 Prozent, sein linksgerichteter Herausforderer auf 41,38 Prozent. Einen Wahlsieger verkündete das Wahlgericht allerdings bisher nicht.

Opposition fordert Neuauszählung 

Die Opposition forderte eine Neuauszählung aller Stimmen. Auch Hernandez befürwortete dies, gleichzeitig zeigte er sich von seinem Sieg überzeugt. Nasralla reichte am Freitag eine Strafanzeige wegen Wahlbetrugs gegen den Präsidenten des Obersten Wahlgerichts, David Matamoros, ein.

Bei Protesten nach der Wahl waren nach Angaben von Amnesty International mindestens 14 Menschen getötet worden. Die Menschenrechtsorganisation warf der honduranischen Regierung am Freitag ein „gefährliches und illegales” Vorgehen gegen Anhänger der Opposition vor. Die Sicherheitskräfte seien bei den „größtenteils friedlichen” Kundgebungen mit „übermäßiger Gewalt” gegen Demonstranten vorgegangen.

apa/ag.

stol