Montag, 30. Juli 2018

Prozess gegen „Lifeline“-Kapitän geht weiter

Der Prozess auf Malta gegen den Kapitän des zivilen Rettungsschiffs „Lifeline“ wird am Montag fortgesetzt. Aus Sicht der in Dresden ansässigen Hilfsorganisation Mission Lifeline gibt es keine Beweise für Fehlverhalten von Claus-Peter Reisch. Ihm wird vorgeworfen, das Schiff ohne ordnungsgemäße Registrierung in maltesische Gewässer gesteuert zu haben.

Die „Lifeline“ war im Juni fast eine Woche auf dem Meer blockiert.
Die „Lifeline“ war im Juni fast eine Woche auf dem Meer blockiert. - Foto: © APA/AFP

„Steht das Ergebnis schon vorher fest?“, twitterte die Hilfsorganisation vor dem Prozesstermin an diesem Montag. „Der Vorwurf ist haltlos“, sagte Reisch im ZDF-„Morgenmagazin“. Mit dieser Registrierung würden in den Niederlanden 25.000 Boote fahren. In den vergangenen Jahren habe das niemanden interessiert. „Man will die private Seenotrettung im Mittelmeer faktisch abschaffen, kritisierte er.

Reisch ist in Malta gegen Kaution auf freiem Fuß und darf auch nach Deutschland reisen. Zur Anhörung sollte er nach früheren Angaben seines Anwalts nach Malta zurückkommen.

Die “Lifeline„ war im Juni fast eine Woche auf dem Meer blockiert, nachdem sie rund 230 Migranten vor Libyen gerettet hatte. Erst nach der Vereinbarung, dass die Migranten unter EU-Ländern aufgeteilt werden, erlaubte Malta die Einfahrt in einen Hafen.

Anfang Juli hatte Malta auch das Rettungsschiff der Hilfsorganisation “Seawatch„ beschlagnahmt und dazu keine Begründung gegeben. Seit weniger Seenotretter im Mittelmeer unterwegs sind, ist die Zahl der Toten im Mittelmeer deutlich angestiegen.

apa/dpa

stol