Montag, 05. September 2016

Putin stellt Syrien-Abkommen in Aussicht

Hoffnungsschimmer nach fünf Jahren Bürgerkrieg in Syrien: Russlands Präsident Wladimir Putin hat am Montag am Rande des G20-Treffens im chinesischen Hangzhou ein Abkommen mit den USA zur Eindämmung der Kämpfe in dem vom Bürgerkrieg zerrissenen Land in den kommenden Tagen in Aussicht gestellt.

Wladimir Putin will die Zusammenarbeit mit den USA im Kampf gegen den Terrorismus intensivieren.
Wladimir Putin will die Zusammenarbeit mit den USA im Kampf gegen den Terrorismus intensivieren. - Foto: © APA/AFP

Es sei noch zu früh, um über Details zu sprechen. Man sei aber „auf dem richtigen Weg“ in Bezug auf Syrien. Die Gespräche mit den USA und der Türkei würden fortgesetzt. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan schlug den USA und Russland seinerseits die Einrichtung einer Flugverbotszone für Flüchtlinge in Nordsyrien vor. Noch vor dem muslimischen Opferfest solle es eine Waffenruhe im umkämpften Aleppo geben, fügte Erdogan beim G-20-Gipfel hinzu.

Putin sagte, die USA und Russland wollten ihre Zusammenarbeit im Kampf gegen den Terrorismus intensivieren. Damit zeichnet sich möglicherweise eine Wende in den internationalen Bemühungen um ein Ende der Kämpfe in Syrien ab, nachdem zunächst keine Fortschritte erkennbar waren. US-Präsident Barack Obama hatte sich zuvor zurückhaltender geäußert. „Angesichts der bestehenden Lücken im gegenseitigen Vertrauen sind das harte Verhandlungen“, sagte er.

Unterschiedliche Auffassungen zu Abkommen über Feuerpause

Das US-Außenministerium teilte nach einem Gespräch von Amtschef John Kerry mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow mit, beide hätten keine Einigung auf die Modalitäten für eine Waffenruhe erzielt. Optimistischer äußerte sich der russische Regierungssprecher Dmitri Peskow. „Es lief gut. Die Arbeit wird fortgesetzt“, zitierte ihn die russische Nachrichtenagentur RIA.

Ein US-Regierungsvertreter sagte, es sei bei der 90-minütigen Begegnung unter anderem darum gegangen, offene Fragen zu einer Feuerpause zu klären. Es gebe unterschiedliche Auffassungen, wie ein solches Abkommen umgesetzt werden solle. Kerry und Lawrow würden ihre Gespräche bald fortsetzen.

Militärvertreter Russlands und der USA versuchen seit Wochen, eine Vereinbarung auszuarbeiten. Russland unterstützt den syrischen Präsidenten Bashar al-Assad unter anderem mit Luftangriffen auf Aufständische. Eine von den USA geführte Koalition hilft dagegen gemäßigten Rebellen und Kurden im Kampf gegen den IS. Die Türkei wiederum kämpft gegen Assad, den IS und Kurden.

IS verübt weitere Anschlagsserie

Der IS bekannte sich derweil zu einer Anschlagsserie in Gebieten unter Kontrolle von Regierungstruppen und von Kurden-Milizen. Selbstmord-Attentäter hätten die von Regierungstruppen gehaltenen Städte Homs und Tartus angegriffen, meldete die dem IS nahestehende Nachrichtenagentur Amaq. Zudem sei ein Kontrollpunkt nahe der Hauptstadt Damaskus sowie ein weiterer in der unter kurdischer Kontrolle stehenden Provinz Hasaka attackiert worden.

Auch staatliche syrische Medien sowie die oppositionsnahe Beobachtungsstelle berichteten von mindestens vier Explosionen in von der Regierung kontrollierten Gebieten.

stol