Die Fenster sind in älteren Häusern eine der Schwachstellen am Gebäude. Sind sie nicht mehr richtig dicht, wird nicht nur der Wohnkomfort durch Zugluft und Außenlärm deutlich gemindert, sie lassen einen großen Teil der Heizwärme ins Freie und erhöhen den Energieverbrauch ordentlich. Und selbst mit älteren Modellen, die an sich dicht sind, heizt man oft im wahrsten Sinne des Wortes mehr Wärme zum Fenster hinaus als mit modernen Fenstern.<BR /><BR />Fenster haben in den letzten 15 Jahren eine starke technologische Weiterentwicklung erfahren. Der Einsatz verschiedenster Materialien, optimierter Dichtungen und funktionelle Isolierverglasungen mit innovativen Abstandhaltern ergeben Fenster mit höchsten Wärmedämmwerten. <h3> Viel bessere Wärmedämmung</h3>So kann laut Institut für Fenstertechnik (ift) in Rosenheim ein modernes, dreifachverglastes Fenster eine rund 80 Prozent höhere Dämmwirkung als ein Fenster mit Einfachglas haben. Und beim Austausch von Zweifachgläsern gegen ein solch modernes Dreifachfenster könne man eine Verbesserung der Dämmung von rund 70 Prozent erzielen.<BR /><BR />Moderne Gestaltung und neue Funktionen machen aus den neuen Fenstern Bauteile, die nicht nur funktionell, sondern auch ästhetisch unterschiedlichsten Ansprüchen genügen.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="913825_image" /></div> <BR /><BR /><h3> Welchen Standard hat mein Fenster?</h3>Wie oft verglast die Fenster daheim sind, lässt sich mit einem Feuerzeug herausfinden: Die Flamme spiegelt sich so oft im Glas, wie Scheiben im Fenster vorhanden sind. Spiegelt sich nicht nur die gelbe Flamme im Glas, sondern sind andersfarbige Reflexionen zu sehen, handelt es sich um Wärmedämmglas. Es besteht nicht nur aus mehreren Scheiben, sondern auch aus wärmereflektierenden Beschichtungen und einer Edelgasfüllung zwischen den Scheiben. Das führt dazu, dass die Spiegelungen der einzelnen Scheiben jeweils farblich anders sind, zum Beispiel bläulich wirken können. <BR /><BR />Fenster mit Zweifach-Wärmedämmglas werden üblicherweise seit circa 1980 eingebaut und dämmen gut. Eine noch bessere Dämmwirkung hat das Dreifach-Wärmedämmglas, das seit circa 2003 verwendet wird. In der Regel gilt: Je jünger die Fenster sind, desto besser können sie Wärme im Raum halten.<BR /><BR />Bis etwa 1995 wurde Standard-Isolierglas eingebaut. Solche Fenster gelten heute als wenig energieeffizient oder wärmedämmend. Darin spiegelt sich eine Flamme zwar auch mehrfach, die Spiegelungen haben aber keine unterschiedlichen Farben. Denn dabei handelt es sich um ein Glas aus zwei verbundenen Scheiben, ohne eine wärmereflektierende Beschichtung dazwischen.<BR /><BR />Bis circa 1978 waren einfachverglaste Fenster üblich. Hier zeigt sich nur eine einzige Flamme als Spiegelung. Erkennbar sind diese Fensterscheiben aber auch an der kalten Glasoberfläche sowie an Eisblumen und Kondenswasser, die sich je nach Witterung an der Scheibe bilden können.<BR /><BR />Parallel wurden bis circa 1980 Verbundfenster verbaut. Diese erkennt man an ihren 2 miteinander verbundenen Flügelteilen, die zusammen geöffnet werden. Kastenfenster wurden bis circa 1960 eingesetzt– hierbei handelt es sich um zwei einzelne Fenster, die hintereinander getrennt geöffnet werden müssen.<h3> Ist mein Fenster noch dicht?</h3>Wie findet man heraus, ob ein Fenster noch dicht ist? Etwa indem man ein brennendes Räucherstäbchen oder eine Kerzenflamme langsam am Fensterrahmen entlang führt. Wo die Rauchfahne sich bewegt oder die Flamme flackert, kann warme Luft aus dem Fenster entweichen.<BR />Schallschutz<BR /><BR />Neben der Energieersparnis können manchmal auch andere Überlegungen für einen Fenstertausch sprechen. Mehr Komfort kann in bestimmten Situationen bzw. Positionen auch die Minderung der Lärmbelästigung bedeuten. Potenzielle Lärmquellen wie der Verkehr nehmen ja stetig zu. Mit dem Einsatz spezieller Schallschutzverglasungen lässt sich diese effizient vermindern. Wie bei der Energieeinsparung gilt hier: Nur dichte, geschlossene Fenster entfalten ihre ganze Wirkung. Deshalb muss das Fenster möglichst luftdicht eingebaut werden.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="913828_image" /></div> <h3> Wie aufwendig ist ein Fenstertausch?</h3>Das hängt vom Gebäude und den alten Fenstern ab. Wird der bestehende Fensterrahmen nicht ausgebaut, sind Schmutz und Arbeitsintensität überschaubarer. Aber auch wenn man den Fensterrahmen mit herausnehmen lässt, ist der Fenstertausch in der Regel innerhalb eines Tages je Zimmer möglich.<BR /><BR />Planen sollte man einen Austausch mit genügend Vorlauf. Denn die Handwerker und Firmen sind meist gut ausgelastet.<BR />Der Einbau von Fensterelementen ist keine Arbeit für Heimwerker. Solche Bauelemente sind technisch komplex und schwer, man muss bei Aufmaß und Montage viele Aspekte beachten.<BR />Eine unsachgemäße Montage würde große Bauschäden nach sich ziehen und kann für die Nutzer oder für Passanten gefährlich sein. Schon kleine Montagefehler führen zum Verlust der Produktgewährleistung, verursachen Funktionsstörungen und machen das Erreichen des Energiesparpotenzials unmöglich.<BR /><BR />Für den Einbau von neuen Fenstern und Balkontüren gibt es im Jahr 2023 keinen Förderbeitrag mehr vom Land. Allerdings kann für den Fenstertausch der staatliche Steuerabzug für energetische Sanierungsmaßnahmen von 50 bis 70 Prozent geltend gemacht werden. Dafür sollte man sich rechtzeitig über die verschiedenen Möglichkeiten und deren Details informieren und sich die erforderlichen Fachkräfte zu Hilfe holen.<BR />