Mittwoch, 01. März 2017

Rede vor dem Kongress: Trump hat zwei Gesichter

Bei seiner Amtsanführung malte Donald Trump ein düsteres Bild. Vor dem Kongress klingt er deutlich milder.

Donald Trump: Der Ton ist versöhnlicher, der Inhalt bleibt unverändert.
Donald Trump: Der Ton ist versöhnlicher, der Inhalt bleibt unverändert. - Foto: © APA/AFP

In deutlich versöhnlicherem Ton hat US-Präsident Donald Trump die Ecksteine seiner Politik untermauert. Trump rief Republikaner und Demokraten in seiner Rede vor dem Kongress in der Nacht zum Mittwoch dazu auf, zusammenzuarbeiten.

Er wiederholte seine Wahlversprechen, Arbeitsplätze zu schaffen und eine Mauer an der Grenze zu Mexiko zu bauen. Der Präsident unterstrich seine Verbundenheit zur Nato und machte sich dafür stark, im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) mit arabischen Partnern zusammenzuarbeiten.

Die Forderungen bleiben aber dieselben

In der einstündigen Ansprache rückte Trump nicht von seinen scharfen und zum Teil umstrittenen politischen Forderungen ab, setzte dabei jedoch auf eine mildere Rhetorik.

Der Republikaner prangerte zu Beginn die jüngsten Hassverbrechen in den USA an. Die Drohungen gegen jüdische Gemeinden und die tödlichen Schüsse in Kansas seien eine Erinnerung daran, dass die USA zusammenstehen und Hass in all seiner Form verurteilen müssten. In den vergangenen Tagen hatte es eine Welle von Drohungen gegen jüdische Einrichtungen gegeben.

Der Präsident sprach sich erneut für eine strikte Einwanderungspolitik aus. Er werde die nationale Sicherheit wiederherstellen. Das umstrittene Einreiseverbot für Staatsbürger aus sieben mehrheitlich islamisch geprägten Ländern verteidigte er. Trump machte sich zugleich für eine Reform des Einwanderungssystems stark. Die USA bräuchten ein System, das sich an Leistungen orientiere, so wie es etwa in Kanada der Fall sei, sagte der 70-Jährige.

dpa

stol