Freitag, 15. April 2016

Referendum über Ölbohrungen vor den italienischen Küsten

Die Bürger Italiens stimmen am Sonntag in einem Referendum über eine mögliche Einstellung der Öl- und Gasbohrungen vor den Küsten des Landes ab. Das Thema wird auch in der Regierung kontrovers diskutiert.

Foto: © shutterstock

Bislang dürfen Erdöl- und Gaskonzerne innerhalb von zwölf Meilen Entfernung zur Küste ohne zeitliche Begrenzung nach Rohstoffen bohren, bis diese erschöpft sind. Neun Regionen Italiens haben nun gefordert, diese Regelung abzuschaffen.

Die Bürger müssen die Frage beantworten: „Wollen Sie, dass nach Ablauf der Konzessionen für die territorialen Gewässer Italiens die Bohrungen eingestellt werden, auch wenn es dort noch Öl- und Gasvorkommen gibt?“

Befürworter sagen, unter anderem würde durch ein Ende der Bohrungen die Gefahr, bei möglichen Unfällen das Mittelmeer und die Küsten zu verschmutzen, erheblich sinken. Zudem dringen sie auf eine stärkere Konzentration auf alternative Energiequellen.

Ministerpräsident Matteo Renzi rief die Italiener hingegen indirekt auf, sich der Stimme zu enthalten – sehr zum Ärger einiger seiner Parteikollegen, die für eine Abschaffung der geltenden Bestimmungen plädieren.

„Dieses Referendum ist völliger Quatsch“, sagte Renzi. „Es heißt, dass damit auch über eine stärkere Nutzung erneuerbarer Energiequellen abgestimmt wird. Aber in Wirklichkeit werden nur Anlagen geschlossen, die funktionieren, wodurch wir 11.000 Arbeitsplätze verlieren.“

dpa

stol