Montag, 20. November 2017

Regierungspartei will Simbabwes Präsident Mugabe des Amtes entheben

Viele Simbabwer haben sprachlos auf den Fernseher gestarrt: Langzeitpräsident Robert Mugabe hat sich in einer Rede an die Nation am Sonntagabend trotz des Militärputsches und eines Ultimatums seiner Partei geweigert, von seinem Amt zurückzutreten. Die Regierungspartei Zanu-PF wollte am Montag die Vorbereitungen für ein Amtsenthebungsverfahren einleiten, falls Mugabe (93) nicht bis Montagmittag (1100 MEZ) seinen Rücktritt erklären sollte.

In seiner Ansprache im staatlichen Fernsehen hatte Mugabe am Sonntagabend Fehler eingeräumt (Archivbild).
In seiner Ansprache im staatlichen Fernsehen hatte Mugabe am Sonntagabend Fehler eingeräumt (Archivbild). - Foto: © APA/AFP

Die einflussreiche Gruppe der Veteranen des Befreiungskampfes rief indes zu neuen Massenprotesten gegen Mugabe auf. Der Präsident steht seit einem Militärputsch in der vergangenen Woche unter Hausarrest.

In seiner Ansprache im staatlichen Fernsehen hatte Mugabe am Sonntagabend Fehler eingeräumt. Gleichzeitig erklärte er, dass er weiter im Amt bleiben wolle. Wenige Stunden zuvor hatte Zanu-PF Mugabe als Parteichef abgesetzt und ihn aus der Partei ausgeschlossen. Zanu-PF soll demnach künftig vom früheren Vizepräsidenten Emmerson Mnangagwa (75) geführt werden.

Die Zanu-PF-Abgeordneten könnten das Amtsenthebungsverfahren gegen Mugabe bereits an diesem Dienstag einleiten. Die Prozedur ist jedoch komplex und kam bislang noch nie zum Einsatz. Mugabe ist in dem verarmten Land im südlichen Afrika seit der Unabhängigkeit von Großbritannien im Jahr 1980 an der Macht.

dpa

stol