Montag, 06. August 2018

Regierungstruppen bombardieren IS-Gebiete im Süden Syriens

Im Süden Syriens haben die Regierungstruppen am Sonntagabend Luftangriffe auf von der Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) kontrollierte Wüstengebiete in der Provinz Sweida geflogen. Die Luftangriffe und Gefechte mit IS-Kämpfern dauerten noch an, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Die Regierungstruppen rücken demnach in den Norden und Nordosten von Sweida vor.

Die Luftangriffe und Gefechte mit IS-Kämpfern dauerten noch an.
Die Luftangriffe und Gefechte mit IS-Kämpfern dauerten noch an. - Foto: © APA

Die Kämpfe sind nach Einschätzung der Beobachtungsstelle der Beginn einer Offensive, um den IS aus einem Rückzugsgebiet in der Badija-Wüste zu vertreiben. Die oppositionsnahe Beobachtungsstelle bezieht ihre Informationen von Aktivisten vor Ort. Ihre Angaben können von unabhängiger Seite nicht überprüft werden.

Am Sonntag war bekannt geworden, dass die IS-Miliz in Sweida einen von rund 30 entführten Drusen enthauptet hat. Der 19-jährige Student sei Ende Juli bei einem blutigen Angriff des IS auf die Provinzhauptstadt Sweida und umliegende Dörfer verschleppt und am Donnerstag hingerichtet worden, meldeten die Beobachtungsstelle und die Lokalnachrichtenseite Sweida24.

Bei der Serie koordinierter Anschläge in der mehrheitlich von der religiösen Minderheit der Drusen bewohnten Region östlich von Deraa waren am 25. Juli mehr als 250 Menschen getötet worden. Es war der blutigste Tag in der Region seit Beginn des syrischen Bürgerkriegs 2011. Zudem wurden mehr als 30 Drusen entführt, die meisten von ihnen Frauen und Kinder. Der IS hat sich bisher weder zu den Entführungen noch zu der Enthauptung bekannt.

Verhandlungen zwischen Russland und dem IS über eine Freilassung der verbleibenden Geiseln scheiterten. Russland ist im syrischen Bürgerkrieg der engste Verbündete von Machthaber Bashar al-Assad. Am Sonntag hatten die Syrischen Demokratischen Kräfte, ein arabisch-kurdisches Rebellenbündnis, angeboten, im Austausch gegen die verbleibenden Geiseln IS-Gefangene freizulassen.

apa/afp

stol