Mittwoch, 20. Januar 2021

Reinhold Messner im Playboy

Im aktuellen Heft der deutschen Ausgabe des Männermagazins Playboy findet man neben zahlreichen schönen Nackedeis auch unsere Bergsteigerlegende Reinhold Messner. Dabei überzeugt der 76-Jährige aber weniger mit nackten Tatsachen als mit klaren Worten über seine neue Liebe, das Altern und „affige Instagrammer“ auf Gipfeln.

Das Cover der aktuellen Ausgabe des deutschen Playboy.
Badge Local
Das Cover der aktuellen Ausgabe des deutschen Playboy. - Foto: © Screen/Playboy
Ganze 7 Seiten widmet der Playboy dem Südtiroler Abenteurer und Bergsteiger Reinhold Messner, wunderschön bebildert und mit interessantem Interview.


Darin erklärt der Extrembergsteiger, dass er seine Vorstellung von Alpinismus immer weniger umgesetzt sieht – und spricht vom Hallenklettern als „Rumgehüpfe an der Wand“. „Keine frühere Generation von Spitzenbergsteigern, von Skitourengehern und Kletterern war je so fit und so austrainiert wie die heutige. Vor jedem Einzelnen ziehe ich den Hut. Das, was die Mädels und Jungs in den Kletterhallen aber vergessen, ist, dass ihre Kletterei nichts mit traditionellem Alpinismus zu tun hat. Nichts!“

Messner kritisiert „Berg-Yuppies“ und großmaulige „Instagram-Sportler“

„Sie klettern im klimatisierten Raum – großartig wie Äffchen – 15 Meter hoch“, sagte er. „Und nicht viel anders ist es heutzutage an den Achttausendern. Für die gut betuchte Klientel wird von 100 Sherpas zuerst eine Piste mit Leitern und Brücken gebaut, damit diese Touristen überhaupt eine Chance haben, sich dort oben zu bewegen.“ Schnurstracks gehe es vom Basecamp bis zum Gipfel.

„Unterm Strich ist eine Heerschar von Trägern, Führern, Ärzten, Köchen und weiß Gott noch wer damit beschäftigt, den Berg-Yuppies jeden Morgen in die Schuhe und Steigeisen zu helfen“, sagte Messner, der ein neues Buch mit dem Titel „Grenzgang“ über „den Alpinismus im Großen und Ganzen“ ankündigte.



Im Interview mit Playboy kritisierte Messner auch die Aktivitäten bestimmter Sportler in den sozialen Netzwerken – die am Ende nicht umgesetzt werden. „Sie küdigen dieses und jenes vollmundig über die sozialen Medien an – haben aber gar nicht vor, ihre Expedition zu Ende zu bringen. Noch schlimmer: Sie wissen, dass sie gar keine Chance haben, so eine Mammutaufgabe zu bewältigen. Das wissen allerdings 99,9 Prozent ihrer Instagram- und Facebook-Follower nicht.“




In dem Interview erzählt er auch, dass Reinhold Messner die Coronazeit bei seiner Freundin, der Luxemburgerin Diane Schumacher, mit der er seit anderthalb Jahren liiert ist, in deren Heimatland verbracht habe. Auf die Frage hin, ob er da nicht seine Berge vermisst hätte, antwortete er: „Nein, weil ich alle Berge dieser Welt in meinem Kopf gespeichert habe.“

Und auch zum Thema Bergsteigen und Altern findet er klare Worte: „Ich werde nie aufhören, auf Berge zu steigen. Warum soll ich, nur weil ich auf dem Papier 76 Jahre alt bin, mit einer Flasche Bier und einer Decke auf dem Schoß vor dem Fernseher sitzen?

Das ganze Interview lesen Sie im aktuellen Playboy.

vs/dpa