Ötzi und Reinhold Messner? Im Ausland die bekanntesten Südtiroler. Konkurrenzlos! Nun würde ich die Bergsteigerlegende zwar nicht mit der Mumie vom Similaun vergleichen. Aber wenn ich mir die Interviews so ansehe, die Messner derzeit für sein neues Buch „Sinnbilder“ gibt, frage ich mich schon, ob ihm die viele Höhenluft gutgetan hat. <BR /><BR />Gott bewahre! Ich habe tiefen Respekt vor den sportlichen Leistungen der Mount-Everest-Ikone. Und auch den „Verzicht als Inspiration für ein gelingendes Leben“, wie der aktuelle Lesestoff sinnstiftend untertitelt, nehme ich ihm vorbehaltlos ab. Wer den Großteil seiner Zeit als menschliche Bergziege verbringt, hat mit Überfluss sicher wenig am Hut. <BR /><BR />Nein, nein, Schloss Juval, Messners mittelalterliche Residenz am Eingang des Schnalstals, tut hier nichts zur Sache. Erstens hat er es nach dem Kauf (1983) von Grund auf restauriert, zweitens braucht seine Tibetika-Sammlung ausreichend Platz und den richtigen Rahmen. Es sei ihm vergönnt! <BR /><BR />Warum er allerdings zwischen Buchdeckeln und bei jeder Gelegenheit Achttausender nach Klimaaktivistin Greta Thunberg wirft, ist wohl doch der dünnen Luft geschuldet, aus der des Extrembergsteigers heiliger Zorn auf die „Fridays for Future“-Generation niedergeht. Von Schule-schwänzenden Klimademonstranten ist da die Rede, die, angefeuert von der „Ökoheiligen“, ohne Nachhaltigkeit auf der Straße herumliefen und… von einer arroganten, konsumorientierten Jugend, die in jenem Wohlstand aufgewachsen sei, den erst die Nutzung fossiler Brennstoffe ermöglich habe. <BR /><BR />Doch so richtig zornig wird Messner beim Vorwurf, seine Generation habe die Umwelt (vorsätzlich) zerstört. Nun könnte man in Anlehnung an das berühmte Zitat von Bruno Kreisky fordern: „Lernen´s a bisserl Geschichte, Herr Messner“. Wer, wenn nicht wir, die Alten, sind dafür verantwortlich. Freilich nicht (immer) mutwillig, aber ohne Rücksicht auf Verluste und im Wissen von vor 50 (!) Jahren, dass die Ressourcen nicht reichen werden. <BR /><BR />Der Extrembergsteiger und die Klimaschützerin – sie stehen für dieselbe Sache! Wie schade, dass Messner das in seinen Sinnbildern nicht sieht…<BR />