Nach amtlichen griechischen Angaben brachten zwei Fähren 136 Menschen von der Ägäisinsel Lesbos zum türkischen Festland, weitere 66 Menschen wurden von der Insel Chios abgeschoben.Menschenrechtsaktivisten verurteilten die Politik der Massenabschiebungen auf das Schärfste. Unter den Abgeschobenen befanden sich hauptsächlich Menschen aus Pakistan und Afghanistan ohne Asylantrag. Unter ihnen waren aber auch zwei syrische Flüchtlinge, die „aus persönlichen Gründen“ kein Asyl beantragten, wie der Koordinator der griechischen Regierung für Migrationspolitik, Giorgos Kyritsis, mitteilte.Um der Abschiebung zu entgehen, beantragten zuletzt viele Flüchtlinge Asyl in Griechenland. Laut dem UNO-Flüchtlingshochkommissariat UNHCR erklärten mehr als 2.000 Flüchtlinge auf Lesbos ihre Absicht, Asyl zu beantragen.Proteste – aber „sehr ruhig“Auf Lesbos und Chios protestierten Aktivisten gegen die mit Hilfe griechischer Polizisten vorgenommene Abschiebung, doch verlief die Aktion nach Angaben der EU-Grenzschutzagentur Frontex „sehr ruhig“. Dutzende Demonstranten solidarisierten sich mit den Flüchtlingen.Sie riefen Parolen wie „Freiheit“, „Keine Abschiebungen“ und „Nieder mit dem schmutzigen Deal“. In der türkischen Hafenstadt Dikili ging die Polizei gegen zwei Demonstranten vor, die zur Begrüßung der Abgeschobenen ein Spruchband aufgespannt hatten.Gemäß dem zwischen der Türkei und der EU geschlossenen Abkommen sollen alle nach dem 20. März in Griechenland Eingetroffenen abgeschoben werden, die kein Asyl in Griechenland beantragten oder deren Anträge abgelehnt wurden.apa/dpa/afp/reuters